Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 9 (1931)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1931)
- Article
- Die wirtschaftliche Krise des deutschen Juden [sic!]
- Date
- 1931-09-01
- Page
- Seite 447 (sequence 9)
- Language
- German
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DIE WIRTSCHAFTLICHE KRISE Iltissen der Mode unterworfenen Konfektion birgt natürlich auch alle Gefahren der zukünftigen Entwicklung in sich. Die Lage im G e t r e i d e h a n d e l wird natürlich von denselben Faktoren beeinflußt, die heute überall die Rolle des Handels herabmindern. Dazu kommt bei dem Getreidehandel besonders noch die kritische Situation der Landwirtschaft und die starke Entwicklung der Kollektivisierung. die sich in dem Wachstuni der Genossenschaften ausdrückt. Auch im (ietreidehandel ist der Anteil der Juden nicht entfernt so groß, wie man dies im allgemeinen vermutet. Von insgesamt C>809 Linnen, die Marcus für 1930 feststellt — auch für diesen Zweig fehlen ihm frühere Zahlen — waren 1543 oder 22'7r/c jüdisch. Bei den Mehlgroßhandlungen betrügt der Anteil der Juden nur 14*2%, bei den Hopl'engroßhandlungen steigt er dagegen auf 4iV8r/. Zahlt man sämtliche Firmen des Handels mit landwirtschaftlichen Produkten zusammen, so ergibt sich, daß von 13.818 Unternehmungen nur 2616 oder 18'9',/v Juden gehören. Der jüdische Anteil am deutschen (ietreidehandel ist im Durchschnitt wesentlich kleiner als am Melallhandel und in der Texlihvirtschaft, er entspricht ungefähr der Beteiligung der Juden am Rankwesen. Marcus widmet dann noch eine eingehende Betrachtung der wirtschaftlichen E n t w i c k 1 u n g der R e r 1 i n e r J u d e n. Diese Untersuchung fällt etwas aus dem Rahmen seiner sonstigen Erhebungen heraus, weil es sich hierbei um eine mehr lokale Betrachtung handelt, aber bei der Bedeutung Berlins und der starken Berlinisierung der deutschen Juden schalt erhält sie doch ihre Berechtigung. Er versucht auf Grund der Eintragungen in dem Handelsregister beim Amtsgericht Berlin-Milte einen Schluß über die Entwicklung der wirtschaftlichen Lage der Berliner Juden zu ziehen. Diese Erhebungen hätten vielleicht noch durch ähnliche Feststellungen bei anderen Berliner Amtsgerichten erweitert werden können. Marcus konstatiert, daß im allgemeinen von den jüdischen Gesellschaften, die nach dem Kriege in Berlin begründet worden sind, wesentlich mehr (nämlich 41 \Vv ) bereits wieder aufgelöst wurden als von den nichtjüdischen (31'3/f ). Er ist der Meinung, da 1.1 die Position der Juden im mittleren und kleinen Berliner Geschäft viel gefährdeter sei als im Großbetrieb. Diese statistischen Ermittlungen des interessanten Buches von .Marcus geben uns endlich den schlüssigen Beweis für die Behauptungen, die wir bisher lediglich rein empirisch aufgestellt haben. Marcus erklärt auf Grund seiner Feststellungen: 1) a s S c h i c k s a 1 d e r d e u ts c h e n J u den ist v e r s c h i e d e n v o n d e m d e r ü b r i g e n