Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 9 (1931)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1931)
- Article
- Die wirtschaftliche Krise des deutschen Juden [sic!]
- Date
- 1931-09-01
- Page
- Seite 446 (sequence 8)
- Language
- German
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446 MENORAH Jahren das Statistische Reichsanit über die Konzernicrung der Aktiengesellschaften aufgestellt hat. In Berlin ist die jüdische Beteiligung an diesen Unternehmungen der Textilindustrie mit 42*9% wesentlich höher als sie dem Reichsdiirchschnitt entspricht. Marcus zählt dann 9984 Textilwaren-Großhandlungen. Von ihnen befinden sich 3938 oder 39*4c/< in jüdischen Händen. Am höchsten ist der Anteil in der Stadt OlTcnbach a. Main. Hier sind von 8 Firmen 7 jüdisch! In Breslau betrügt der Anteil 74'9'/, in Frankfurt a. Main 69"5/f, In Berlin zählte man unter 1549 Firmen 1015 jüdische, das sind 61*5%. Der Textilwaren-Großhandel zeigt also eine AnteilszilVer der Juden, die doppell so groß ist wie die der Fabrikation. Marcus hat errechnet, daß h e u t e n o c Ii a u 1 j e 150 J u d e n ei n e S t ü c k w a reu- G r o ß h a n d 1 u n g e n ti'ällt. Da die Tendenz der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in der Ausschaltung des Zwischenhandels liegt, so sieht er in dieser heute noch starken Stellung der Juden in der deutschen Textilwirtschaft eine Gefahr für sie. hält es aber im Interesse der Juden für erforderlich, diese Position nicht zu räumen. In der Wirkerei und Stickerei zählt Marcus 4926 Firmen, davon gehören 983 oder 20% Juden. Wesentlich höher als der Reichsdiirchschnitt ist der Prozentsatz der Juden in den Berliner Betriehen. Besonderes Interesse erfordert schließlich noch die Konfektion. Dieser Geschäftszweig spielt für die wirtschaftliche Lage der Juden in Berlin eine große Rolle. Denn von den insgesamt 1741 deutschen Fabriken und Großhandlungen der Damen- und Mädchenbekleidung sind allein 1591 in Berlin ansässig. Von den 1349 Fabrikationsstätten der Damen- und Mädchenkonfektion sind 579 oder 42*9% im Besitz von Juden, von den 133 Großhandlungen dieser Branche gehören 81 oder 60'99r Juden. Marcus betont, daß sogar bei diesem Zweige der Textilwirtschaft, der im allgemeinen als völlig jüdisch angesehen wird, der jüdische Anteil in der Fabrikation geringer ist als der der Christen, höher nur im Großhandel. Anders dagegen ist die Situation in der Herren- und Knabenkonfektion. Hier gibt es 661 Fabrikatkmsstätten. von ihnen sind 390 oder 59% jüdisch, und 86 Großhandlungen, von denen 44 oder 51 T% jüdisch sind. Die Zahlen für Berlin entsprechen ungefähr denen des gesamten Reiches. Marcus berechnet, daß ,.u n g e f ä h r j e d e r 70. J u d e i n D e u t s c h- 1 a n d I ii h a b e r c i n e r T e x t i I w a r e n f a b r i k oder — G r o ß - h a n d 1 u n g i s l, eine Zitier, welche durch die leider nicht mögliche Mileinbeziehung des Kleinhandels mit Textilien aller Art wohl noch ganz erheblich heraufgedrückt werden würde". Diese starke Stellung in der Textilwirtschaft besonders im Textilhandel und in der allen Fin-