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Menorah · 1931-09-01 · Heft 9-10 (September 1931) · p. Seite 445

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 9-10 (September 1931)
Article
Die wirtschaftliche Krise des deutschen Juden [sic!]
Date
1931-09-01
Page
Seite 445 (sequence 7)
Language
German
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DIE WIRTSCHAFTLICHE KRISE 445 zu rück gegangen. Noch in der Inflation im Jahre 1923 war der An Lei 1 der jüdischen Geschäfte über den Prozentsatz der Vorkriegsjahre hinaus gestiegen. Zu ähnlichen Schlüssen kommt Marcus bei der Betrachtung des E i s e nu n d S c h r o t t Ii a n d e J s. Hier ist die Zahl der Betriebe von 503 im Jahre 1913 auf 514 im Jahre 1930 gestiegen, die der jüdischen aber von 43*9 auf 41 (/< gesunken. Noch gravierender sind die Zahlen, die Marcus über das B a n k- \v e s e n ermittelt. Danach sind die anonymen Banken nicht jüdischen Charakters von 58*8^ im Jahre 1923 auf 62'2r/r. im Jahre 1930 gestiegen, die jüdischen Charakters mit 0*3^ in beiden Jahren konstant geblieben. Dagegen haben sich die Privatbanken nichtjüdischen Charakters im gleichen Zeitraum von 1 7\> auf 19*1 c/< vermehrt, während die jüdischen Privatbanken von 2<)'4 auf 18'4'/. gesunken sind. Marcus weist darauf hin, daß der Anteil der jüdischen Privatbauken ungefähr im gleichen Maüe gesunken sei wie der der Gesellschaft banken nichtjüdischen Charakters. Die Seh w ä c h u n g d e r j iid is c Ii e n Position ist aus diesen Zahlen sehr deutlich. Sie wird aber noch klarer, wenn man die Naehkriegsenlwicklung betrachtet. Die Gesamtzahl der Banken ist vom 1. April 1928 bis zum 1. April 1930 um 274 zurückgegangen, also um 9*3'/r . Die Anzahl der nichtjüdischen Privatbanken verminderte sich in der gleichen Zeit um 8-O^y , nämlich von 7)7)7 auf 509. die der jüdischen Privatbanken aber von 604 auf 48T), das heißt um 19*7r/V . Wie wenig die Behauptung, der Geldmarkt in Deutschland werde von den Juden beherrscht, zulrült, gehl auch aus den Zahlen über die Bankdirektoren hervor. Am 1. April 192-S gab es unter den Vorstandsmitgliedern bei allen anonymen Banken S9-1V; Nichtjuden und 101)', Juden, zwei Jahre später 92'9rr Niehl juden und 7'\f/< Juden. Marcus behaupte! also mit Recht, der Abbau im Bankgewerbe in den gehobenen Positionen habe lediglich das jüdische Element und dieses ganz besonders getroffen. Aber er ist auch der Meinung, da 1.1 es besonders dem jüdischen Privalbankier nicht gelungen sei. in der geeigneten Weise die erforderliche Umstellung zu vollziehen. Die Zahlen, die Marcus über die T e x t i 1 w Irls c h a f l gibt, charakterisieren lediglich den Zustand unserer Tage. Ks fehlt hier die Möglichkeit eines Vergleichs mit. früheren Verhältnissen. Marcus zählt für 1930 6382 Spinnereien, Webereien usw.. darunter 1127 oder 17*7/c jüdische Firmen. Auffällig hoch ist der Anteil, den in dieser Branche die Juden mit 30' 1% an den Aktiengesellschaften besitzen. Diese Feststellung entspricht übrigens ungefähr der Statistik, die vor einigen

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