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Menorah · 1931-09-01 · Heft 9-10 (September 1931) · p. Seite 444

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 9-10 (September 1931)
Article
Die wirtschaftliche Krise des deutschen Juden [sic!]
Date
1931-09-01
Page
Seite 444 (sequence 6)
Language
German
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444 MENORAH lagen zu den Erfahrungen des Alltags", C. V. Zeitung Nr. 9 vom 27. Februar 1931). In dieser B e r l i n i s i e r u n g de r d e u t s c h e n Juden erblickt Marcus auch eine der Hauptursachen für die Proletarisierung des jüdischen Akademikers. „Nur dann, wenn wir feststellen können, oh die jüdische Beteiligung au bestimmten wichtigen Sondergruppen der deutschen Wirtschaft steigt oder fällt, wenn wir wenigstens nach gewissen äußeren Merkmalen das wirtschaftliche Gesicht dieser Beteiligung annähernd zu messen vermögen, können wir auch etwas darüber sagen, ob das wirtschaftliche Schicksal der deutschen Juden sich nach den Stürmen der Kriegs- und Inllationsjahre wirklich besser oder schlechter gestaltet hat/" Aus diesem Grunde untersucht Marcus einige bestimmte Wirtschaftszweige, in denen die Juden von jeher eine besondere Bedeutung erlangt haben. Leider verrät er nicht, wie er seine Erhebungen angestellt hat, und woher er weiß, ob es sich auch tatsächlich um jüdische Firmen handelt. Er sagt nicht, wie er die Firmen erfaßt, .die mehrere Inhalier, einen jüdischen und einen nichtjüdischen, besitzen. Aber wir können voraussetzen, daß ihm bei seinen Ermittlungen seine ausgezeichnete Kenntnis der deutschen Warenmärkte zustatten gekommen ist. Die Ergebnisse, zu denen er gelangt ist. geben ein außerordentlich interessantes Bild der Lage. Marcus untersucht die wirtschaftlichen Verhältnisse im deutschen Metallhandel. Bankwesen, der Textilwirtschaft und im (ielreidehandel. Die Erhebungen über den Metallhandel und das Bankwesen, die er bereits in der Zeitschrift .Jüdische Wohlfahrtspllege und Sozialpolitik" verüdenllicht hatte, haben den Vorzug, daß sie eine Cbersicht über die historische Entwicklung gehen. So lassen sich die Behauptungen über die Verdrängung der Juden auch aus den (iebieten. in denen sie einst besonders einflußreich waren, noch besser rechtfertigen. Mit Recht weist .Marcus darauf hin. der M e t a l l h a u d e l werde nicht deshalb aus der deutschen Metatlwirlschafl immer mehr ausgeschaltet, weil die Juden an ihm einen sehr hohen Anteil nehmen, sondern die Juden werden aus dem Metallhandel immer mehr herausgedrängt, weil dieser überhaupt und nicht nur in Deutschland allmählich lahmgelegt wird '. Trotzdem ist die Entwicklung des Anteils der Juden an diesem (ieschäftszweig recht auffällig. Die Gesamtzahl der Betriehe im deutschen Metallhandel hat. sich nach den Ermittlungen von Marcus von ~Ay(S im Jahre 1913 auf 603 im .Jahre 1930 vermehrt, hat sich also um 6*;V( vergrößert. Im gleichen Zeitraum ist: alier die Zahl der jüdischen Betriebe von 398 auf 3-[(> oder um 13*3'.^

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