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Menorah · 1931-09-01 · Heft 9-10 (September 1931) · p. Seite 397

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 9-10 (September 1931)
Article
Durch Spanien und Portugal
Date
1931-09-01
Page
Seite 397 (sequence 11)
Language
German
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DURCH SPANIEN UND PORTUGAL 397 bis auf einen kleinen Rest zum Opfer fielen, und das Nachahmung in anderen spanischen Städten fand. Wir wohnten, wie bemerkt, diesen kirchlichen Schauspielen der „Heiligen Woche" bei, das Zuschauer aus aller Herren Ländern anzieht und die Gasthauspreise um ein Vielfaches emportreibt, und bewunderten die bei aller legeren Liebenswürdigkeit disziplinierte und würdige Haltung des Publikums. Nur beleidigt sich der Spanier leicht, wenn man von seiner Höflichkeit keinen Gebrauch macht. In Cordoba kamen wir an einem Sabbat in ein Museum. Der Kustos, eine Musterausgabe des schönen, vornehmen Spaniers, bat uns, uns in das aufliegende Buch einzutragen. Weil wir dies, wie begreiflich, ablehnten, was er natürlich nur als Unhöflichkeit ansah, verweigerte er, ganz verstimmt, weitere Auskunft. Diese Osterprozessionen haben für uns historische Bedeutung, weil wir uns da lebendig in die Zeiten zurückversetzen können, in denen sich an diese Umzüge so oft Unheil für die Juden und Marranen anschloß. Man hauste hier so barbarisch, daß sich von jüdischen Grabsteinen nur ein einziger (im Archäologischen Museum) erhalten hat. Hier in Sevilla begann auch 1481 die Inquisition ihr grausiges Werk. Doch hatten die Juden Sevillas einst bessere Tage gesehen. So unter Alfons X., der sich den Juden dafür dankbar zeigte, daß sie treu zu ihm hielten, und jüdische Krieger mit in dem Heere kämpften, mit dem er Sevilla eroberte. Er gab den Juden Sevillas einen Stadtteil, durch eine Mauer geschützt, drei Moscheen, die sie in Synagogen umwandelten, und Feldbesitz außerhalb der Stadt. Ferner ließ er am Grabe seines Vaters, Ferdinands III., in der königlichen Kapelle der Kathedrale zu Sevilla eine Inschrift in hebräisch, arabisch, lateinisch und castilianisch anbringen, von der sich nur der hebräische Teil erhalten hat. Er lautet zu deutsch: „Dies ist das Grab des großen Königs Don Fernando, des Herrn von Castilien, Tulitela (dies die spanische, auch jüdische Bezeichnung für Toledo), von Leon, Galicia, Sevilla (maurisch, wie jüdisch Asbilia), Cordoba, Murcia und Jaen. Es ruhe im Garten Eden die Seele dessen, der ganz Spanien erobert hat, als der Gerade, Gerechte, die Feste, der Turm, der Held, der Fromme, Demütige, der Gott ehrfürchtete und ihm diente alle seine Tage, der zerschmetterte und vernichtete alle seine Feinde und erhob und ehrte alle seine Freunde. Er eroberte die Stadt Sevilla, das Haupt ganz Spaniens, und starb daselbst in der Nacht zu Freitag, am 21. Sivan 5012 nach der Erschaffung der Welt (= 1252)." Diese Inschrift ist aber, nach dem mangelhaften Hebräisch zu schließen, nicht von einem Juden verfaßt. Der König wird hier Herr

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