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Menorah · 1931-09-01 · Heft 9-10 (September 1931) · p. Seite 394

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 9-10 (September 1931)
Article
Durch Spanien und Portugal
Date
1931-09-01
Page
Seite 394 (sequence 8)
Language
German
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394 MENORAH Im Archäologischen Museum von Toledo finden sich noch: ein Säulenrest mit einer unbedeutenden Inschrift, etliche Grabsteine, deren Inschriften die erwähnte Sammlung von Luzzatto enthält u. a., ein weiterer in der Eremitage von S. Rochus, in der Synagoge la Bianca eine kleine Walze, die als Opferstock gedient haben dürfte. Einen solchen aus Spanien für Purim besitzt Baron Rothschild in Paris, mit der spanischen und hebräischen Aufschrift in hebräischen Lettern: „Rey Achaschverosch y la reina Esther sechira del Ness" a. d. Jahre 1319. Noch leichter als Toledo, ein Autoausflug von Madrid, ist von dort aus der Escorial zu erreichen, das große Kloster, in dem seit Karl V. die spanischen Könige beigesetzt wurden. In der Königsgruft tragen die Särge lateinische Aufschriften, die oft ein biblisches Zitat darstellen, mitunter ein Wort, das die Denkungsart der Zeit bezeichnet, wie das auf dem Sarge eines Königskindes: Qtios Deus amavit, citissimo vita liberavit" (die Gott liebt, erlöst er am raschesten vom Leben). Was mich im Escorial aber besonders fesselte, waren die Darstellungen der Kämpfe mit den Mauren. Ihr Geist ist dem Besucher Spaniens nirgends so nahe, wie in Granada in der Alhambra, die ihren Zauber bei keinem verfehlt. Was sie geleistet haben, das kommt einem nirgend so ergreifend zum Bewußtsein, wie hier in Granada. Die Alhambra und der Generalife, diese Namen genügen, um in uns Vorstellungen zu erwecken, die, wenn auch noch so kühn, von der Wirklichkeit noch überboten wrerden. Wenn man, wie wir, des Abends ankommt und durch die vielen Pforten zur Burg hinauffährt, neben der unser Hotel lag, und man an Bulwer, Irving und all die anderen Bewunderer dieser unbeschreiblichen Schöpfung denkt, wie fieberhaft erwartet man dann den Morgen! Und dann am Tage nicht nur die Sehenswürdigkeiten, die Kunst und Natur bieten, schon der Aufstieg, alles in frisches Grün getaucht, überall von plätscherndem Wasser durchrieselt! Welche Kultur ist hier roher Gewalt zum Opfer gefallen! Wie viel Schatten gehörte dazu, um dieses Licht zu ersticken! Aber welch ein Schauer ergriff uns, als wir dort in der Alhambra das Zimmer betraten, in dem Ferdinand und Isabella das Verbannungsedikt gegen die Juden unterzeichnet haben! In Toledo zeigt man das Haus, in dem Isabella des Nachts keinen Schlaf finden konnte, weil das Jammern der Juden, die Stadt und Heimat verlassen mußten, aus dem Ghetto herüberhallte. In Granada hat man ihr auf der Promenade ein prachtvolles Denkmal gesetzt. Sie sitzt auf ihrem Thron, vor ihr kniet Columbus,

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