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Menorah · 1931-09-01 · Heft 9-10 (September 1931) · p. Seite 393

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 9-10 (September 1931)
Article
Durch Spanien und Portugal
Date
1931-09-01
Page
Seite 393 (sequence 7)
Language
German
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DURCH SPANIEN UND PORTUGAL 393 ersehen, die sich in einer von S. D, Luzzatto veröffentlichten Abschrift von Toledaner Grabschriften erhalten hat, von der auch ich eine Kopie (wenn nicht das Original?) besitze. Sie enthält die Grabschriften führender Persönlichkeiten in dem Streit um Maimonides sowie die des berühmten Baal ha-Turim, des Sohnes des ,,Rosch", der im 13. Jahrhundert aus der Rheingegend nach Toledo gekommen und dort der Gemeinderabbiner geworden war. Seine Familie (Benharosch portug. Benarus) ist noch heute in Portugal vertreten. In der letzten Zeile der Grabschrift des Samuel Halevi nun haben, so vermute ich, über dem Worte niftar (,,er starb*') 2 Punkte (über n und f — 130) gestanden, die auf das Jahr 130, d. i. 1369, als Todesjahr Samuels, hinweisen, das auch von einem alten jüdischen Chronisten bezeugt wird und das zugleich das Todesjahr des Königs Pedro ist. Eine illustrierte Beschreibung von Del Transito aus älterer Zeit befindet sich in der Madrider Nationalbibliothek. Die Innendekoration dieser Synagoge weicht von der aller christlichen und maurischen Bauten jener Zeit ab und weist originelle Anklänge an Goldschmiedearbeiten auf. Man vermutet, die Anregung sei von der jüdischen Goldschmiedekunst ausgegangen, die damals in hoher Blüte stand. Unter beiden Synagogen befinden sich Kellerräume, unter Del Transito ganze Stockwerke tief, zum Teil noch aus der Römerzeit. Dort soll Samuel Halevi (oder Abulafia) seine Schätze aufbewahrt haben. Es heißt, daß von hier aus in das benachbarte Haus ein unterirdischer Gang geführt habe. Dieses Haus wird heut das Greco-Haus genannt, weil der bekannte Maler darin gewohnt hat. Es stand damals im Besitz eines Adeligen, war aber vorher, wie eine Überlieferung meldet, das Haus Samuel Halevis, dessen Familie übrigens durch das Siegel eines seiner Verwandten auch im Britischen Museum vertreten ist. Wenn auch heute restauriert, darf es als eines der wenigen jüdischen Privathäuser gelten, die uns aus dem Mittelalter erhalten geblieben sind. Solche unterirdische Gänge dürften nichts Seltenes gewesen sein. Max Nordau hat in Segovia einen entdeckt, der aus der Synagoge in das Haus des erwähnten Isak Abrabanel, eines seiner Vorfahren, führt. In Sevilla war, so heißt es, ein solcher Gang vom Hofe des Alcazar in das Judenviertel von der Inquisition angelegt worden, um die Geheimjuden bei der Feier des Pessachfestes überraschen zu können. Die Dombibliothek in Toledo bewahrt wichtige Handschriften von jüdischem Interesse, darunter arabische Werke des Maimonides medizinischen Inhaltes.

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