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Menorah · 1931-09-01 · Heft 9-10 (September 1931) · p. Seite 391

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 9-10 (September 1931)
Article
Durch Spanien und Portugal
Date
1931-09-01
Page
Seite 391 (sequence 5)
Language
German
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DURCH SPANIEN UND PORTUGAL 391 (Das Archäologische Museum zu Madrid enthält einiges aus Toledo, vor allem ein Kapitell aus einer Toledaner Synagoge, wie man annimmt, aus dem Anfange des 10. Jahrhunderts mit der Inschrift (Deut. 28,6) baruk atta bebaeka ubaruk atta bezeteka (gesegnet seist du, wenn du kommst, und gesegnet, wenn du gehst), darüber ein arab. Text, der bedeutet: Segen, Treue, Glück und Sicherheit (wohl mit Bezug auf den jüdischen Priestersegen). Dort sieht man auch ein kleines hebräisches Amulett aus Silber, das wahrscheinlich christlichen Ursprunges ist, und den sog. Davidsschild (Magen David), der durchaus nicht jüdischer Herkunft ist, auf maurischen Gegenständen, wie Pferdeschmuck, und anderen. Aus meiner frühen Kindheit erinnere ich mich eines Bildes in irgend einem deutschen Familienblatte, das Inquisitoren darstellt, wie sie mit hoch erhobenen kleinem Kreuze die Juden zur Bekehrung auffordern. Eigentümlich wurde mir nun zu Mute, als ich 50 Jahre später im Hause eines Kunstsammlers in Zaragoza zwei solche Kreuze, das eine von Murillo, das andere von Greco bemalt, selbst in die Hand nahm. Und der berüchtigtste aller Großinquisitoren, Torquemada, begegnete mir in Madrid im Museo de Arte Moderno in dem Gemälde von Sala, das die Szene darstellt, wie Torquemada, nach der bekannten Überlieferung, vor Ferdinand und Isabella hintritt und gegen Isak Abrabanel, der für sich und seine Brüder bittet, ausruft: ,,Schon einmal hat man unseren Gott für 30 Silberlinge verkauft, Ihr wollt ihn um 30.000 Dukaten verkaufen.4' Abrabanel dürfte die richtige Aussprache dieses Namens sein. Abraben, aus Abrabban, findet sich noch heut als jüdischer Familienname in der Krim. Das „el" am Ende wie etwa in Benoliel u. a. Die echten Bilder des Königspaares werden im Generalife, dem Frauenpalast der Sultane in Granada, gezeigt. Von Ferdinands Geistigkeit bekommt man hiernach die rechte Vorstellung. Isabella ist mit einem Gebetbuch in der Hand dargestellt. In der Kathedrale von Toledo sieht man ihre Grabmäler. Der Kopf der Königin liegt tiefer, wie der Volkswitz sagt, um anzudeuten, daß ihr Gehirn schwerer, als das ihres Gatten war. Bevor Madrid die Hauptstadt Spaniens wurde, also bis 1560, war dies Toledo. _L oledo, dessen Stadtbild an Jerusalem erinnert, bietet von allen Städten Spaniens an Resten der jüdischen Vergangenheit das Meiste, An einem der Stadttore liest man die Warnung, der man auch

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