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Menorah · 1931-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1931) · p. Seite 374

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1931)
Article
Judentum und Feminismus
Date
1931-07-01
Page
Seite 374 (sequence 12)
Language
German
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374 MENORAH drehen und kehren, je sicherer man sie zu fixieren glaubt. Produktion hat in diesem Augenblick nur den Gegensatzwert, in dem sie auf ihre eigentlichen schöpferischen Bestandteile angesehen wird. Und Reproduktion hat in diesem Augenblick den eigentlichen schöpferischen Wert, in dem die Produktion als das absolut sekund ä r e M o m ent e r k a n n t wird i n 11 e r h a 1 b des schöpferischen Prozesses. Es gilt hier einen Jahrtausende alten Irrtum endlich zu beseitigen, als ob die Reproduktion ein durchaus inferiorer Prozeß sei, der vor der Produktion pariahaft herabsinke. Gewiß ist die Produktion das dem Raum, der Verräumlichung Adäquate. Aber diese Verräumlichung ist eben Petrefakt, wenn nicht ein zeitlich-subjektiver Impuls hinzutritt, um die Form zu erhöhen und zu ,,erlösen''. Reproduktion ist etwas dergestalt V i t a 1 - S c h ö p f erisches, daß die Verranntheit unserer abendländischen L o g o 1 a t r i e, unserer Form- und Vernunft sv ergötzung dazu gehörte, um sich vollkommen blind für dieses selbstverständliche Faktum zu mache n. — Ich gehe noch weiter und behaupte: jedes geschaffene Kunstwerk hat nur soviel schöpferischen I mp e t u s, als es reproduktive Komponenten von vorneherein hat. Und so löst sich das Aporem. Der nervus rerum ist das reproduktive Moment, das von vorneherein in die Produktion gelegt ist. Ohne dieses ist die Produktion eine klägliche Verräumlichung und Verflachung ohne die stürmende und türmende Kraft des Schöpferischen. Die Ps3rchologie des Reproduktiven müßte einmal ihren Ausgang vom Vitalen nehmen, nicht von dem geformten Werk. In jedem großen Werk ist ein der Reproduktivität adäquates Moment: und das ist die eigentliche Schöpferischkeit. Zu ihr, und nur zu ihr sucht der reproduzierende Mensch inneren Konnex. Er ist also der eigentliche Aufspürer des ihm einzig Verwandten. Die Form ist ihm genau so zufälliges Korrelat, wie sie es für den „eigentlichen" Schöpfer war. Also ist das Schöpferische gewassermaßen die Antizipation des „Reproduktiven", das Reproduktive die sich immer erneuernde Beschöpfung der produzierten Form. In dem Band „Philosophische Kultur" vereinigt Georg Simmel Essays, die ganz die Basis des „Feminismus" erweitern und vertiefen. Er schreibt über „Weibliche Kultur" (worin er übrigens die eigentliche künstlerische Domäne des Weibes genau umreißt: Lyrik, Tanz, Musik, Schauspielkunst); er schreibt über die Bedeutung der M o d e im Ge-

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