Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 9 (1931)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1931)
- Article
- Zur Frage der jüdischen Berufsumschichtung
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 331 (sequence 7)
- Language
- German
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JÜDISCHE BERUFSUMSCHICHTUNG 331 ordentlich schwierig sein, und zwar gerade auch für Deutschland und die mitteleuropäischen Länder, sich den Auswirkungen dieser russischen Planungen zu entziehen. Deutschland hat hekanntlich in den letzten Jahren zu Gunsten seiner Landwirtschaft die Getreideeinfuhr gewaltig eingeschränkt. Aber eine kleine Tabelle mag zeigen, wie wenig die Russen hiervon betroffen worden sind: Deutsche Getreideeinfuhr aus Rußland in Tonnen: 1927 1928 Einfuhr- 0 Q der deutschen Einfuhr- °/o der deutschen menge Gesamteinfuhr menge Gesamteinfuhr Roggen....... 121.955 16 8.938 2 Weizen....... 155.589 6 17.047 7 Gerste (Viehfütterung) 157.204 9 3.353 2 Andere Gerste .... 4.248 2 565 unter 1 Hafer........ 24.409 9 4.390 3 1929 1930 Einfuhr- % der deutschen Einfuhr- 0 0 der deutschen menge Gesamteinfuhr menge Gesamteinfuhr Roggen....... 264 unter 1 17.630 30 Weizen....... — — 49.421 4 Gerste (Viehfütterung) 2.087 unter 1 382.815 28 Andere Gerste .... — — 26.476 16 Hafer........ — — 2.863 12 Das Jahr 1929 zeigt mit seinen Zahlen, daß die deutschen Abwehrmaßnahmen gegen die Getreideeinfuhr in dem deutschen Verhältnis zu den Russen nur einen ganz vorübergehenden Erfolg hatten. Wenn die Russen wollen und sich einmal erst darauf eingestellt haben, überspringen sie jeden Zoll. Diese Tatsache werden wir noch in viel höherem Grade zu verspüren haben, wenn der Fünfjahresplaii in seiner Entwicklung weiter fortschreitet. Ganz ähnlich liegen die Verhältnisse in bezug auf die russischen Einwirkungen auf die deutsche Flachswirtschaft und vor allem auf die deutsche Holz- und Forstwirtschaft. Auf diese allgemeinen Fragen ist deshalb mit einiger Ausführlichkeit eingegangen worden, weil von ihnen das Problem, der jüdischen Berufsumschichtung in Richtung auf die Landwirtschaft natürlich in höchstem Maße abhängt. Man mag nun sagen, daß man den deutschen Juden ja eigentlich nicht zum Bauern machen wolle, sondern zu einem Siedler, der in der Hauptsache landwirtschaftliche Veredlungsprodukte in seinem Betriebe pflegen werde. Eine solche Unterscheidung ist aber kaum stichhaltig. Genau so wie der Bauer ist letzten Endes auch der Siedler des gedachten Typus von der allgemeinen Lage der deutschen Landwirtschaft abhängig und deren Entwicklung sehen wir eben durch