Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 9 (1931)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1931)
- Article
- Zur Frage der jüdischen Berufsumschichtung
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 330 (sequence 6)
- Language
- German
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330 MENORAH Grenzen ist seit der Vorkriegszeit erheblich angewachsen. Im jetzigen Reichsgebiet wohnten im Jahre 1910 58*4 Millionen Menschen und im Jahre 1925 63*1 Millionen Menschen. Trotzdem ist die Anbaufläche in den wichtigsten Kulturen zurückgegangen! So lagen also die Dinge in der jüngsten Vergangenheit. Wie werden sie sich in Zukunft gestallen? Die krampfhaften Bemühungen der deutschen Landwirtschaft mit staatlicher Hille, mag sie nun aus direkten Subventionen (Osthilfe), Umschulungsaktionen oder indirekt in der Gewährung eines immer höher werdenden Zollschutzes bestehen, lassen wenig Gutes erhöhen. Ganz abgesehen aber von der Problematik des Tages, die ja für unsere Bestrebungen eine entscheidende Rolle weder spielen kann noch darf, zieht allmählich und in eine sehr weite Zukunft weisend die Gefahr der völligen Lahmlegung der mitteleuropäischen Landwirtschaft durch die in gewaltiger Entwicklung befindliche russische Produktion klar und drohend herauf. Alle Prognosen gegenüber dem Versagen des wirtschaftlichen Elans der Russen, die in den letzten Jahren gestellt worden sind, haben sich als falsch erwiesen. Nun sind die Russen besonders in beziig auf ihr landwirtschaftliches Programm, das im gegenwärtigen Fünf jahresplan festgelegt und im zukünftigen Perspektivplan vorbereitet wird, nicht gerade kleinlich. Die landwirtschaftlich genutzte Anbaufläche im russischen Reichsgebiet hat im Jahre 1913 116 Millionen Hektar beiragen. Im Jahre 1929/30 hat sie sich auf 127*7 Millionen Hektar belaufen. Geplant war für das letztgenannte Jahr eine Anbaufläche von 130*4 Millionen Hektar. Diese ZilTer hat man nicht ganz erreicht. Immerhin liegt gegenwärtig bereits die russische Anbaufläche um etwa 11 Millionen Hektar über der Anbaufläche der Vorkriegszeit. Man vergleiche hiermit, daß die gesamte deutsche Anbaufläche im Jahre 1925 rund 25*5 Millionen Hektar betragen hat. Im Planjahr 1932/33 soll die russische bebaute Fläche auf 142*0 Millionen Hektar steigen. Die Gelreideproduktion hat im Jahre 1913 insgesamt 8L2 Millionen Tonnen betragen. Im Jahre 1929/30 sollte sie dem Plane nach 88*9 Millionen Tonnen betragen, sie hat in Wirklichkeit freilich nur 86'5 Millionen Tonnen betragen. Immerhin ist gegenüber dem Vorkriegsstande ein Plus von über 5 Millionen Tonnen eingetreten. Im Planjahr 1932/33 soll die russische Getreideproduktion auf insgesamt 106 Millionen Tonnen gebracht werden. Ziffern dieser Art lassen es verständlich erscheinen, daß die Russen in ihrem Verhalten gegenüber dem Getreidemarkt irgendwelche Rücksichten auf diePreisgestaltung überhaupt kaum noch nehmen. Es wird außer-