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Menorah · 1931-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1931) · p. Seite 282

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1931)
Article
Ein indischer Freiheitskämpfer und sein jüdischer Bevollmächtigter
Date
1931-05-01
Page
Seite 282 (sequence 5)
Language
German
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282 MENOKAH wandert. Von Gruppen deutscher Juden hören wir zu dieser Zeit nichts; vielleicht war Bercnd eine vereinzelte Ausnahme. Die Bercnds sind eine bekannte, reiche jüdische Familie in Deutschland. (Siehe Max Grunwald: ,,Hamburgs deutsche Juden", Mitteilungen zur jüd. Volkskunde, XII, 190.'}, Nr. 2.) Schon um Ende des siebzehnten Jahrhunderts begegnen wir einem Salomon Berend in Hamburg, der das ehrenvolle Amt eines Vorstehers der dortigen Judengemeinde innehalte. Salomon Berend ist der Stammvater einer weitverzweigten Familie. Seine vier Söhne sind Kaufteilte, einer von ihnen ist der größte Steuerzahler der Stadl, also wohl zu seiner Zeil der reichste Jude If:imburgs. Doch die Mitglieder der Familie Bercnd bleiben nicht in der Hansasladl, offenbar treibt sie ihr beweglicher Kaufmannsgeisl in die Ferne, vornehmlich in Kolonialgebiete, wo aus initiieren Kaufleuten in kurzer Zeit reiche Großhändler werden und die Möglichkeiten für große Unternehmungen vorhanden sind. Schon im Jahre 1765 klagt die Hamburger Judengemeinde darüber, daß sie nicht imstande sei, die der Gemeinde auferlegten hohen Steuern aufzubringen, da die meisten Bankiers und reichen Kaufleutc die Stadl verlassen haben. Unter denen, die Hamburg den Rücken gekehrt haben, wird damals auch S e 1 i g m a n n Bereu d genannt. Wahrscheinlich ist er nach Indien ausgewandert, und Israel Berend, der dort im Jahre 1772 auftaucht, ist wohl einer seiner Söhne oder Verwandten. Dieser Israel Berend nun kam im Jahre 1772 in sein früheres Heimalland Deutschland, um als diplomatischer Agent des Fürsten von Maisur, Haider Ali, Preußen zu einem Handelsvertrag zu bewegen. Doch er hatte keine günstige Stunde gewählt, denn die Zeit war Haider Alis Plänen nicht günstig. Für Preußen öffneten sich damals bessere und greifbarere Perspektiven im benachbarten Polen, das damals in politischer Agonie lag. Gerade im Jahre 1772 kam es zur ersten Teilung Polens, bei der der Preußenkönig Friedrich IT. den Löwenanteil davontrug. Damals durfte Preußen nicht du ich einen Verlrag mil dem indischen Feinde der Engländer einen Bruch mil England riskieren, der zur Folge gehabt bällc, daß Großbritannien sich bei der Teilung Polens nicht passiv verhallen, hätte. So blieben die Bemühungen des jüdischen Unterhändlers erfolglos. Der preußische Minister hob hervor, daß Preußen für einen Handelsvertrag mit Indien die wichtigste Voraussetzung, eine eigene Flotte, fehle. Berend versuchte nunmehr sein diplomatisches Ziel mit Österreich zu erreichen, indem er sich durch Vermittlung von österreichischen Untertanen bemühte, das Wiener Kabinett zu interessieren. Talsächlich knüpfte Österreich damals Handelsbeziehungen mit Indien an. Preußen aber lehnte damals den;,Plalz an der Sonne", für den Deutschland zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts alle seine Kräfte einsetzen mußte, ab. UNSERE AUTOREN (Fortsetzung von Seite IDA) JJK EMANUEL RINGELBLUM, geb. 1900 in Buczacz (Galizien), erlangle das Doktoral der philosophischen Fakultät der Universität Warschau mit der historischen Arbeit „Die Juden in Warschau von den älleslen Zeiten bis zum Jahre 1527", die auch in den Schriften des jiddisch-wissenschaftlichen Institutes in Wilna (deren historischer Sektion Dr. Bingelblum angehört) sowie in anderen historischen Saminelschriflen erschienen ist. In Warschau wohnhaft, setzt der Autor seine Arbeit über die Geschichte der Juden in Warschau (im IG. bis 18. Jahrhundert) fori. Im 2. Band der ökonomischen Schriften des jüdisch-wissenschaftlichen Instituts erscheint des Autors Arbeit ,,Produklivierungsversuche der jüdischen Bevölkerung Polens im 18. Jahrhundert". B erichtigung: Die in unserer Nummer .">/1 (HKil) veröffentlich (cn Abbildungen zu dem Artikel „Durch Spanien und Portugal*' von Dr. Max Grunwald wurden nach phntographischen Aufnahmen des Herrn Dr. O. Deulschber^er (W i en) reproduzierl.

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