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Menorah · 1931-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1931) · p. Seite 281

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1931)
Article
Ein indischer Freiheitskämpfer und sein jüdischer Bevollmächtigter
Date
1931-05-01
Page
Seite 281 (sequence 4)
Language
German
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iiiN inimsuikr i tskämim- 281 sehen Konflikt, der in den europäischen Kon- Jlngrnlionen jener Zeil, :iber auch außerhalb Europas ausgetragen wird. Haider Ali nützt diese Situation aus. Mi l Hilfe französischer Offiziere erobert er die Malnbarküsle, besetzt die Inselgruppe der Malediven und führt andere Kr Weiterungen seines Gebietes durch. Schließlich wagt er im Jahre 17<57 den offenen Krieg g e g <» n I*] n g 1 a n d und führt ihn ununterbrochen 15 Jahre, bis zu seinem Tode. Durch diesen Kampf wurde der Name 1 huder Ali nicht nur in Indien, sondern in der ganzen Well berühmt. Der Herrscher von Maisur erkannte Englands Absicht, Indien unter britische Botmäßigkeit zu bringen, und war entschlossen, dies mit allen Mitteln zu verhindern. Kür sein Lehensziel, die Befreiung Indiens, das er bis zum letzten Atemzug zäh verfolgte, suchte er auch seine früheren Feinde zu gewinnen. Die Reiche der Mnhralei) und der Fürsten von Haidcrabad wurden seine Verbündelen im heiligen Krieg im» die Freiheit Indiens. Von Frankreich genoß er weitgehende l'nterslülzimg. Haider Ali's fünfzehnjähriger Kampf gegen England wurde vorwiegend als Guerillakrieg, jedoch mit unbarmherziger Grausamkeil geführt. Seine Abteilungen machten unvermutete Überfülle auf das britische Militär, das immer wieder schwere, blutige Verluste erlitt, ohne dem Feind in offener Eeldsc.hlachl begegnen zu können. England mußte eine Armee von nicht weniger als 21.000 Mann und v.Li ihrei- Stütze eine ansehnliche Flotte gegen Haider Ali aufwenden. Endlich gelang es im Jahre 1782 den heimtückischen Gegner zu stellen und ihn hei Tschilur zu schlagen. Aber der Schlag Et nicht entscheidend; Haider Ali setzt seine Operationen fori und seine überfülle gestallen die Lage der englischen Armee geradezu ka In st rophal. Er belagert die Festung Vellorc, deren Eroberung eine schwere Gefahr für England bedeuten würde: da kommt der Tori den Engländern zu Hilfe und befreit sie von ihrem erhitleidsten Feind in Indien; mitten in der Belagerung stirbt Haider Ali Ende 17S'_>. In dieses weebselvolle, van Legenden und Hehlern erehr nng um w obetie Leben des indischen Freiheitskämpfers spielt eine kleine, aber nicht uninteressanle jüdische Episode, hinein. Wie so off. wird ein Jude zum politischen Agenten. Es war während einer der kurzen Atempausen in Haider Alis Kampf gegen die Engländer. Er benutzte ^ie dazu, um sein t»eich durch Anknüpfung von II a nd e 1 s b e z i e h u n g c n m i 1 e u r o p ä- Eschen Staaten wirtschaftlich zu kräftigen. Die lakonischen Nachrichten, welche über dii'M- Pläne Haider Alis veröffentlicht wurden, sind zu unklar, um die lieferen Absichten, die er damit verfolgte, deutlicher zu erkennen. Man gehl jedoch in der Annahme nicht fehl, da 1.1 es auch Absichten politischer Art waren. Wahrscheinlich wollte Haider Ali überdies den Kampf gegen die Engländer nichi bloß militärisch, sondern auch auf einem mindestens -ebenso wichtigen Gebiet, dem wirtschaftlichen, führen. Da wendete er sein Augenmerk auf P r c u ß e n, das damals als europäischer Macht Faktor immer starker wurde. Preußens politische Maxime der Illoyalität und des Treubruches war bekannt und darauf baute wohl Haider Ali sein politisches Konzept auf. Preußen war damals Englands Verbündeter. Wenn es Haider Ali gelang. Preußen zu einem Verlrag y,u bewegen, so waren damit nicht nur wirtschaftliche Vorteile gegeben, sondern er hoffte wohl mich, das Bündnis zwischen Preußen und England sprengen und dadurch Englands Position in Europa schwächen zu können. Der Plan dieses Vertrages aber war dem Kopfe eines deutschen Juden entsprungen, des Kaufmannes Israel P e re n d aus Hamburg. Er war es. der Haider Ali diese Verbindung mit Preußen vorschlug, und Ali entsandte ihn als PevollmächUglcn nach P» e r 1 i n. Die Person des Israel Perend ist uns nicht mehr genau bekannt, ebensowenig läßt sich die Frage beantworten, wie der deutsche Jude nach Indien kam. In Indien lebten damals, wie heule woiße und schwarze Juden, Die weißen waren zumeist spanisch-portugiesischer Herkunft oder aus England einge-

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