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Menorah · 1931-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1931) · p. 269

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1931)
Article
Blinde modellieren
Date
1931-05-01
Page
269 (sequence 6)
Language
German
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Plastikversuche von Blinden; ausgeführt von Zöglingen des jüdischen Blindeninstituts in Wien Reichweite des menschlichen Armes begrenzt ist, und in anderem Sinne durch seinen Willen: die Kinder brauchen nur zu tasten, wenn sie eben wollen, und außer in den seltenen Fällen, wenn ein anderes an sie anstößt, werden sie durch Tastendrücke niemals gestört. Auch die Störung durch Gehöreindrücke ist bei Sehenden größer als bei Blinden, wiewohl diese empfindlicher für sie sind. Und zwar weil vollsinnige Kinder unwillkürlich den Kopf nach der Quelle des Geräusches wenden, um zu sehen, was vorgeht, während dies für die blinden zwecklos wäre. Sie arbeiten ruhig weiter, auch während sie angestrengt horchen. So kann man auch beobachten, daß sie die Arbeit nicht aus der Hand legen, während ihnen der Lehrer etwas auseinandersetzt. Soweit waren Professor Löwenfeld und ich über die Erklärung der außerordentlich günstigen Resultate einig. Ich habe noch eine andere gefunden, der er sich aber weigert zuzustimmen. Trotzdem bringe ich sie hier in aller Bescheidenheit vor, da eben infolge der Neuheit des Experiments keine Literatur hierüber existiert. Ich glaube, daß das unmittelbare Verhältnis von Perzeption und Reproduktion Anteil an dem Erfolg hat. Anders ausgedrückt: das sehende Kind nimmt das Objekt durch den Sehapparat wahr und reproduziert es durch einen andern, den Tastsinn, wobei der Gesichtssinn nur als Kontrolle fungiert. Das blinde Kind aber gebraucht ganz den gleichen Apparat, nämlich den Tastsinn, zum Wahrnehmen wie zum Reproduzieren. Interessant aber traurig ist die Tatsache, daß die ästhetische Freude der Kinder am Werke sehr gering ist. Es scheint doch, daß das von

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