Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 9 (1931)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1931)
- Article
- Reisetagebuch aus Marokko
- Date
- 1931-05-01
- Page
- 251 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Jüdische Marokkanische Mädchen lose. Der einzig mögliehe Dolmetsch war ein müßiger Jüngling, der mir Spaßes halber in die Hohle gefolgt war. Er sprach von europäischen Sprachen nur Spanisch. Nun kann ich noch weniger Spanisch als Hebräisch, und die Prüfung hei wohl kaum sehr glänzend aus — der alle Mann aber war zufrieden. Zweimal um die Ecke — und wir waren milten in der Neuzeit drinnen. M. Raphael Laredo, der Buchhalter, und sein Freund M. Jacob Bendayan, ein sehr energischer junger Geschäftsmann, bewirteten mich mit Sherry und erzählten mir in alier Bescheidenheit von ihren Bemühungen, der Jugend von Tanger lebendes Hebräisch beizubringen. Es gab nach der Schule inoffizielle Kurse: Da keine richtigen Lehrer aufzutreiben waren, übernahmen diese jungen Leute mit einigen (deichgesinnten selbst den Unterricht. Am Anfang gebrach es an allem — an Geld, an Lehrbüchern, an der Methode — nur der gute Wille war vorhanden. Heute lehrt die Pelach-Tikwah-Gesellschaft, wie sie sich nennt, hundert Jungen aus guten Büchern modernes Hebräisch in Wort und Schrift, und was ihnen fehlt, ist nur noch ein erfahrener bezahlter Lehrer. Ist das ein Reflex des Zionismus? Indirekt gewiß, aber meine M