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Menorah · 1931-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1931) · p. Seite 221

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1931)
Article
Pogrom
Date
1931-05-01
Page
Seite 221 (sequence 5)
Language
German
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POGROM 221 unseren erschossen worden. Du hast den Hund Janson begraben! Du wirst gehängt.. ." Der Rebbe schweigt „Ist die deine Tochter?" Der Rebbe schweigt. „Sie wird mit mir schlafen! Ein Faß Wein her, meine Herren! Sie soll uns vortanzen! Du troll' dich! Die Eskadron steht bis zum Morgen vor der Hütte. Marsch!" Der Adjutant schlug die Hacken zusammen, salutierte und der Rebbe wurde mit einem Fuß stoß vor die Türe befördert. Die Eskadron trat vor dem Haus zusammen. Die Feldküche dampfte. Die Soldaten schleppten ein Faß Wein von dem Leiterwagen. Die Malke sitzt beim Ofen auf der Bank und schweigt. Die Offiziere essen und trinken. Niemand spricht mit ihr, Es ist neun, zehn Uhr. Der Rebbe sitzt draußen im Hof, auf einem Holzklotz, und wartet. Es ist elf Uhr. Die Offiziere singen; die Eskadron ist eingeschlafen. Vor den Soldaten sind die Karabiner in Pyramiden aufgestellt. In den Hütten ist es finster, die Tore sind verrammelt. Aus der Hütte dringt Geschrei. „Reißt ihr die Fetzen herunter! Keine Dummheiten! Ich will sie sehen, die Salome! Heißt du Salome?" Der Rebbe hört das Geschrei. Er hört das Weinen seines Kindes. Ein Aufschrei. Dann Klagerufe. Jemand würgt sie, Malke, die Königin. Da erhebt sich der Rebbe, nähert sich der schlafenden Rotte, schleicht sich zu den Gewehren heran und stiehlt ein Gewehr. „Herr, hier bin ich gesessen und die Türe steht offen." Er greift nach dem Hahn, weiß sich mit der Waffe keinen Rat, denn er hat nie eine in der Hand gehalten. Mit schweren Schritten geht er vor. Jetzt fühlt er ein kühles Stück Eisen in der Hand. . . Er steht in der erleuchteten Stube. Drei Betrunkene schleifen die halbnackte Malke über den Boden. „Steh still!" ruft der Rabbi Mosche ben Jakow, „ich verfluche dich im Namen des lebendigen Gottes!" Er legt das Gewehr an und zielt. Ein Schuß fällt, es ist als sausten tausend Knuten durch die Luft. Die Lampe fällt, das Petroleum ergießt sich brennend über den Boden. Verwirrung, Geschrei, drei Kerle stoßen entsetzliche Fluchworte aus, Malke liegt auf dem Boden, ihre Kleider brennen. Einer hat dem Rabbiner etwas Spitzes in die Brust gestoßen... „Es brennt! Es brennt!"

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