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Menorah · 1931-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1931) · p. Seite 215

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1931)
Article
Ritter und Märtyrer
Date
1931-05-01
Page
Seite 215 (sequence 21)
Language
German
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RITTER UND MÄRTYRER 215 sie würde den Messias gebären . . . und man badete sie und kleidete sie in Weiß und sie aß ungesäuertes Brot und bittere Kräuter . . . und sie pflegte die Frauen zusammenzurufen und sie unterhielten sich miteinander, besonders gern über Riten und Zeremonien . . . Im Gefängnis wurde sie krank .. . und wurde begnadigt . . . aber nachdem sie wieder hergestellt war ... entdeckte man, daß sie viele Sünden verschwiegen hatte . . . und daß sie sich mit anderen Gefangenen unter dem Namen ,weiße Taube' verständigt hatte und in angolischer Sprache auch mit den Sklaven im Gefängnis ..." Sie wurde zu Exil und lebenslänglichem Kerker verurteilt, hatte aber zuerst zwei Jahre im Hause eines Inquisitors zuzubringen, wo sie im rechten Glauben unterwiesen werden sollte. Vor ihr hatte man in einem andern weiblichen Mitglied der Familie des Rodriquez-Enriquez die Messiasmutter vermutet, in der Mutter von ,,Gaspar de Vaez Sevilla . . . Enkel der Bianca Enriquez ... 22 Jahre alt . .. aus einer Familie, deren gesamte Verwandtschaft von den verschiedenen Inquisitionsgerichten von Kastilien und Portugal verhört, wieder freigelassen, in effigie bestraft und eingekerkert worden war . . . Vor seiner Geburt glaubte man, daß seine Mutter den Messias gebären würde und betete vor einem Heiligen Moses Bild, das ein katholische Frau besaß, neun Gebetserien. Und wegen dieser Hoffnungen hielten sie den besagten Gaspar Vaez für den Befreier der Juden und auch, weil er aus dem Stamm Levi war . . . worauf sie sich viel zugute tun . . . und da er ein kluger Jude war, ... so war er hochgeachtet und verehrt von den Juden dieser Königreiche". Eine Tochter Dona Biancas, Dona Beatrix Enriquez, „ging zur Kirche und bei der Messe stieß sie heimlich die anderen Frauen an . .. und sie besuchte die Zusammenkünfte im Hause Simon Vaez de Sevilla (dem Vater Gaspars), um dort zu erfahren, wie man sich dem Tribunal gewachsen zeigen könnte . . . und oft sagte sie . .. indem sie ihre Arme hob . .. man möge sie ansehen, wie gut sie sich für die Folter eigneten". Ihre Schwester Catalina Enriquez „hatte eine Tochter, der ein gewisser Simon Juarez, seinem Beruf nach ein Kaufmann in Modeartikeln, den Hof machte . . . sie ließ ihm sagen, daß er ihre Tochter heiraten könnte .. . aber nur unter der Bedingung, daß er im Geheimen die jüdischen Gesetze halte . . . und um ihn zu seinem Abfall zu ermutigen, führte sie ihn in die Hauptkirche, wo man ihm den Sambenito seines Großvaters zeigte". Ihre Tochter, die zweimal heiratete, hörte man sagen, „daß sie ihren zweiten Mann mehr als den ersten liebe, nicht weil der erste ein schlechterer Jude gewesen wäre, sondern weil der Vater des zweiten

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