Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 9 (1931)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1931)
- Article
- Ritter und Märtyrer
- Date
- 1931-05-01
- Page
- Seite 213 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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RITTER UND MÄRTYRER 213 er sich mit dem Gesicht nach Osten wandte . . . und dieser niederträchtige Jude wusch sich nach dem Essen seine Hände dreimal mit kaltem Wasser, um nicht trete zu bleiben, was befleckt bedeutet". Weiter noch ,,er grüßte nicht . . . mit den Worten: Gepriesen sei das heilige Sakrament!, sondern: Ich küsse Eurer Exzellenz die Hand!". Don Tomas wurde 1643 neuerdings verhaftet. Seine Frau, sein Sohn und seine Tochter wurden 1647 vor das Inquisitionsgericht gestellt und bestraft, zwei Jahre, bevor seine eigene Sache ausgetragen wurde. Sein Sohn Rafael „mit sichtbaren Spuren der Beschneidung .. , bekannte . .. unter der Folter . .. daß sein Vater, der ein Rabbi war, an ihm zu einer Zeit, da er noch sehr jung war, diese Zeremonie vorgenommen hätte und während er genas, war sein Vater bei einer Kerze in Gebet versunken die ganze Nacht bis zum Morgengrauen in seinem Zimmer geblieben . . . und von Juni bis Dezember . . . fastete sein Vater jeden Dienstag und manchmal auch an den Montagen .. . Im Jahre 1640 machte er mit seinem Vater eine Reise nach der Stadt Zacatecas und sein Vater sagte ihm, daß er ihn und seine Familie an einen Ort bringen würde, wo jeder Mensch seinen Überzeugungen gemäß leben konnte, und daß er nur darauf wartete, ein paar arme Leute aus den Inquisitionskerkern befreit zu sehen, denen er helfen wollte". Rafael wurde in ein Kloster verbannt. Als Don Tomas zum zweitenmal im Gefängnis war, „verständigte er sich mit seinem Schwager in aztekischer Sprache. Im Gefängnis rührte er keine Speise an und wenn man ihn nicht zum Essen gezwungen hätte, wäre er verhungert . .. Bei der Folterung beharrte er auf seinem Leugnen und zeigte keine Reue. In der Nacht, als man ihm seine gnadenlose Verurteilung zum Tode auf dem Scheiterhaufen mitteilte, warf er seine Maske ab . . . und sagte, daß er Jude sei und als Jude sterben würde, und daß der Tod ihn gerade nach 72stündigem Fasten treffen würde. Als man ihm mitteilte, daß er am folgenden Tage sterben würde, meinte er . . . daß dies unrichtig wäre. Er würde noch heute sterben, denn er zähle den Tag nach jüdischer Sitte von Sonnenuntergang zu Sonnenuntergang. In der Prozession der Verurteilten erschien Don Tomas ohne Kreuz in der Hand, wie es üblich war, da er sich geweigert hatte, es zu berühren .. , Sein Mund war verbunden, denn er lästerte ... Er wurde auf ein Maultier gesetzt, das aber bockte und ausschlug und ihn nicht auf seinem Rücken dulden wollte . .. weil er so ein Hund von einem Juden und vom Teufel besessen war ... Es war Befehl gegeben worden, daß er auf dem Scheiterhaufen bei langsamem Feuer verbrannt werden