Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 9 (1931)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1931)
- Article
- Ritter und Märtyrer
- Date
- 1931-05-01
- Page
- Seite 212 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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212 MENORAH beschnitten . .. Schneider, Sohn eines Notars der Kirchengemeinde . . . bekannte, trotzdem er alle Beschuldigungen zurückwies . . . daß er vielleicht durch sein mütterliches Blut ... stets eine gewisse Neigung zu Glaubenszweifeln in sich gefühlt hätte und bemerkte, daß er, wenn er gewußt hätte, daß es Gesetze Moses gäbe, sie ohne Zweifel gehalten haben würde." Auch ohne daß er etwas sprach, überführte sein Benehmen Francisco de Acosta bei dem Autodafe des Jahres 1647 der Schuld. ,,35 Jahre alt . . . mit deutlichen Spuren der Beschneidung, Kaufmann, aus Lisboa gebürtig, ledig." Er leugnete lange Zeit, aber dann bekannte er, heimlich ein Jude gewesen zu sein und die Gesetze Moses gehalten zu haben. Er wurde Jude in Mazagan, Afrika .. . wo er mit anderen Juden seines Stammes und Berufes in Berührung kam . .. und einigen Katholiken war es aufgefallen, daß dieser nichtswürdige und treulose Jude, in der Messe, wenn die Hostie erhoben wurde .. . das Kruzifix anzusehen pflegte und dabei seine Hand auf seinen Bart legte und einen Finger auf die Nase.. ." (Unter diesen unbedachten Spöttern war der verstockte, 1649 verbrannte Sünder Don Tomas Trevino de Sobremonte vielleicht der allerärgste. Er wurde zum erstenmal im April 1625 verhaftet, „sein Vermögen eingezogen" (das beträchtlich war) und die Beschuldigung gegen ihn erhoben, daß „er stets fastete, während er vor seinen Dienstleuten Kopfweh vorschützte, um es tun zu können ... Er ging weder zur Beichte, noch zur Messe". Aber er wies alle diese Beschuldigungen zurück und wurde daraufhin unerklärlicherweise auf freien Fuß gesetzt. Sofort „gab er alle Einzelheiten seines Verhörs an seine Mitverschworenen weiter und beschrieb die Vorgänge in den Kerkern der Inquisition .. . und gab ihnen Anweisungen darüber, wie sie sich benehmen sollten, wenn sie vom Tribunal ergriffen würden, und redete ihnen ein, daß der Erfolg davon abhinge, daß man standhaft zu leugnen verstünde". Bald nachher „gab er einen neuen Beweis seiner Perfidie . . . indem er eine Jüdin heiratete . .. Maria Gomez .. . Am Hochzeitstage . . . lud er viele zu Gaste, die den gleichen gottlosen Vorschriften wie er selber huldigten, und feierte ihn nach jüdischem Ritus und mit jüdischem Zeremoniell, bedeckte seinen Kopf beim Speisen mit einem Tuch, begann das Mahl mit einem gewissen Gericht aus Kuchen und Honig und stützte sich dabei auf irgend eine Geschichte aus dem Apokryphen, die er zur heiligen Schrift rechnete und die diesen Brauch befehlen. Die Hühner, die bei Tisch aufgetragen wurden, schlachtete er ... mit einem Messer. Dazu sprach er dreimal ein gewisses lächerliches Gebet, wobei