Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 9 (1931)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1931)
- Article
- Ritter und Märtyrer
- Date
- 1931-05-01
- Page
- Seite 211 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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RITTER UND MÄRTYRER 211 das Tribunal ungerecht und unredlich sei . . . sie weigerte sich, das Sakrament zu nehmen oder zur Messe zu gehen. Sie aß Fleisch an Freitagen und sagte dazu, daß die Sünde nicht durch den Mund eindringe, sondern, daß vielmehr das, was aus dem Munde käme, der Seele Schaden bringen könnte . . . daß ihr Gatte sie aus der Irrlehre hinausgeführt hätte . . . indem er ihr den Weg des Judentums gezeigt hätte . .. Daß sie eine Jüdin wäre und sich nicht darum kümmerte, wer das wTüßte, und daß sie weiter eine bleiben würde . . . Daß das Heilige Gericht absolut nicht heilig sei . . . daß es ihr nichts anhaben könnte, weil es bloß aus Menschen bestünde ..." Wegen solcher Äußerungen wurde sie verhaftet, aber vorher „hatte sie sich mit ihrem Gatten verständigt und als sie die Nachricht erhielt, daß er sich geweigert hatte, während der Folter etwas zu gestehen und zu bereuen, schickte sie ihm chiffriert die Botschaft, wie froh sie darüber wäre ... Als man ihr sagte, daß ihr Gatte ein Gottloser sei, und daß sie ihn weder sehen, noch irgend etwas mit ihm zu tun haben sollte, damit sie nicht angesteckt würde, bemerkte sie ... daß sie seine Asche aufsammeln würde, wenn man ihn dem Feuertod überliefern sollte, und daß diese von da ab ihr Gatte sein würde .. . Sie besuchte die Gefängnisse, sprach mit den Gefangenen und erhielt Auskünfte von ihnen, was streng verboten war. Sie brachte den zum Scheiterhaufen Verurteilten Nahrungsmittel und sonstige Liebesgaben, wusch ihre Kleider und bewies so ihren heuchlerischen Sinn, denn sie täuschte Barmherzigkeit und Herzensgüte vor. Niemals tat sie nämlich Gleiches für alte und bedürftige Christen. Sie sagte jüdische Gebete her und behauptete, daß es jedem Menschen überlassen bleiben sollte, Gott in d e r Weise zu dienen, die ihm wünschenswert erschien ... Daß man Gott Vater anbeten könnte, wenn man nicht Gott Sohn anbeten wollte, und wenn man im Zweifel wäre, lieber Gott Vater anbeten sollte . . . Sie sagte nichts über den Heiligen Geist, was ein Beweis dafür war . . . daß sie ganz der jüdischen Lehre ergeben war . .. Im Gefängnis „erkannte sie keine Autorität der Kirche über ihre Seele oder über ihren Körper an . . . sie wurde zu lebenslänglichem Dienst an der Inquisition unter Beschlagnahme ihres Vermögens verurteilt und hatte die ersten vier Jahre in religiösen Spitälern zu verbringen". Ihr Gatte wurde verbrannt. Trotz der weisen Erkenntnis, die in einem geheimen Dokument eines Neuchristen niedergeschrieben steht, daß „es für einen Juden am ratsamsten wäre, den Sabbath zu halten und im übrigen zu schweigen" leisteten sich selbst die Vorsichtigsten Aussprüche, die an ihrer Verworfenheit keinen Zweifel ließen. „Juan Mendez, ledig ... 32 Jahre . ..