Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 9 (1931)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1931)
- Article
- Ritter und Märtyrer
- Date
- 1931-05-01
- Page
- Seite 207 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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RITTER UND MÄRTYRER 207 Zähne putzte, wurde sie deswegen von einer anderen Jüdin getadelt und gestand, daß es noch andere ähnliche Todsünden gegen die mosaischen Gesetze gäbe, und daß es danach sogar nicht erlaubt sei, sich an diesem Tage am Kopf zu kratzen ... Und obwohl sie eine ewige Höllenpein für die Juden nicht gelten lassen wollte» räumte sie doch ein, daß diejenigen, welche sich mit Christen einließen und diejenigen, die nichtjüdische Mädchen ehelichten, eine Zeitlang in Gestalt von Stieren, Schlangen und anderen Tieren einen Leidensweg durchmachen müßten oder unter Türschwellen . .. Und sie hielt strenge Büß Übungen ab und fastete ... aß Eier mit Kalk und band sich selbst an eine Säule, um dreißig Peitschenhiebe zu bekommen . . . und betete und sang Hymnen ohne Gloria patri . . . Und um sich unsichtbar zu machen, streute sie Bohnen in die Augenhöhlen und Nase eines Schädels, und sie pflegte den Männern pulverisierte geröstete Schwalben einzugeben, um sie zu beherrschen und ihre Treue zu erhalten'*. Dieselbe Frau, Dona Margerita de Rivera, „33 Jahre alt, nach jüdischer Sitte mit ihrem Vetter verheiratet . . . der sich gleichfalls hier im Gericht befindet . . . fastete viel und wartete in den verflossenen Jahren 1642 oder 43 so wie die anderen Juden auf den Messias. Sie beobachtete jede Zeremonie, ging stets zur Leicheneinkleidung und Waschung der Toten und zu all den anderen lächerlichen Zeremonien, die die Juden bei solchen Gelegenheiten ausüben. Sie forschte eifrig nach, wer bei den zum Schein Getauften am meisten zum Judentum hielt, die Gesetze Moses am treuesten beobachtete und sie kannte die Geschichte der Patriarchen und die alten Gesetze. .. Und als sie eines Tages zusammen mit einer anderen Jüdin den Erzbischof mit mehreren reichen Katholiken vorübergehen sah und diese andere Jüdin sie fragte, wieso es käme, daß Gott jenen so viel Reichtum gäbe, da antwortete sie ihr: „Laß sie, sie haben ihre ganzen Güter auf dieser Welt". Ein Mann wurde hauptsächlich deswegen zur Landesverweisung verurteilt, weil er „einer Jüdin, die Kopfweh hatte, einmal ein geweihtes Mittel gab, um sie von ihren Schmerzen zu befreien, nämlich ein Stück ungesäuertes Brot, welches er in einem Säckchen in seiner Brusttasche mit sich herumtrug, und das, wie er sagte, von einem Pessachfest stammte, das er in Madrid mit einigen anderen Juden gefeiert hatte". Auch Manuel Nunez Garavallo war in die Gesetze Moses heillos verstrickt. „24 Jahre alt, beschnitten . . . Landstreicher von Beruf, starb er in den Kerkern des Heiligen Gerichts und wurde in effigie wegen seines geheimen Judentums bestraft . . . Einmal verabredete er aus Angst vor dem Heiligen Gericht, das damals viele Verhaftungen vor-