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Menorah · 1931-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1931) · p. Seite 208

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1931)
Article
Ritter und Märtyrer
Date
1931-05-01
Page
Seite 208 (sequence 14)
Language
German
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208 MENORAH nahm, mit einem anderen Juden, seinen Namen zu ändern ... Er gehörte zu jenen Juden, die im Jahre 1640 darüber debattierten, ob man das Fasten für den Langen Tag oder den Versöhnungstag acht Tage vor oder acht Tage nach dem Tage abhalten sollte, der in den jüdischen Kalendern verzeichnet war und über diese Frage gab es im ganzen Königreich große Diskussionen und Auseinandersetzungen und jede Partei folgte ihren Führern, die insgesamt vom Heiligen Gericht als Juden abgeurteilt wurden . .. und einige fasteten an dem einen Tag und andere an dem anderen ... so tief verwurzelt war dieses Judentum". Und wieder: ,,so tief verwurzelt war dieses Judentum . .. daß Duarte Rodriguez .. . der, um der Inquisition zu entkommen . .. von Portugal nach Peru floh . . . und dann von Peru . . . aus demselben Grunde . . . sein Bruder und seine Verwandten waren dort unter Anklage gestellt worden . .. also obwohl es ihm klar genug vor Augen stand, daß er die Inquisition zu fürchten hatte . .. las er unterwegs die Bücher der Heiligen und Propheten . . . und erzählte den Jüdinnen von Judith und Esther . .. und unterwies seine Frau und seine Verwandten, die ihm gefolgt waren, in den Gebräuchen und Zeremonien und erklärte sie ihnen und sie fasteten und beobachteten die Speisegesetze . . . und er tröstete einen anderen Juden, dessen Bruder eben von der Inquisition von Cordova festgenommen worden war, mit seinem Zuspruch, indem er hervorhob, daß alles, was der Gefangene erdulden mußte, ihn der Lehre nur würdiger machte". xjLber auch ohne klare Definition des Judentums war es leicht genug, einem Juden Perfidie nachzuweisen, gleichgültig, zu welchen Glaubenssätzen er sich bekannte. Bei den Frauen lieferten häufig allerlei „Äußerungen" die schwerste Beweislast ihrer Schuld, trotzdem scheinen wenige dieser Fluchwürdigen sich ihrer enthalten zu haben. So äußerte sich Dona Isabell de Riviera laut (und wurde dabei ertappt), daß „Juden, die sich mit Christen einließen, von bösen Geistern dazu verleitet würden . . . und daß es eine Sünde wäre, zu beichten, die Kommunion zu nehmen, eine Messe zu hören, einen Rosenkranz zu beten . . . aber daß man den katholischen Beichtvätern nach Christensitte vier Geschichten erzählten sollte .. . und daß es zu dumm wäre, daß die Judasbilder bei den Prozessionen in der heiligen Woche . . . gar so häßlich gemacht würden". Die Frau von Francisco Botello, der mit ihr zusammen 1659 bestraft wurde, bemerkte bei der Verhaftung ihres Mannes, ,,daß er eingekerkert worden wäre, weil man es auf sein Geld abgesehen hätte. Daß

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