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Menorah · 1931-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1931) · p. Seite 200

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1931)
Article
Ritter und Märtyrer
Date
1931-05-01
Page
Seite 200 (sequence 6)
Language
German
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200 MENORAH er heftig und deshalb erlaubte man ihm Pinsel und Palette, als er darum bat. Er sperrte sich ein und wollte nicht einmal die Wächter hereinlassen, die ihm das Essen brachten. Wieso er trotzdem am Leben blieb und bei welchem Licht er malte, das gehört mit zum Wunder, das am Tage des Autodafes offenbar wurde, als die Priester Pereins in Verzückung vor dem Madonnenbildnis fanden, das er auf der Innenseite seiner Zellentüre gemalt hatte. Er wurde verbrannt, nachdem ihm ,,in Anbetracht des Wunders, dessen nichtswürdiges Werkzeug er gewesen war" vergeben worden war. Am Tag des Autodafes kredenzte die Inquisition ihren Gästen, sowohl den Adeligen wie den Sündern, ein Frühstück. Aber 1659 wenigstens „rührte keiner von denen, die hingerichtet werden sollten, einen Bissen von dem üppigen Mahl an, das in den Kerkern aufgetragen wurde*\ Wahrlich, ein Gegensatz sozialen Anstandsgefühls zum Verhalten der Gemahlin des Vizekönigs, die einmal eingeladen wurde, das Tribunal zu besuchen. Sie wohnte einigen Verhören bei, machte einen Rundgang durch die Kerker und begab sich dann in Begleitung von Edelleuten, Inquisitoren und ihren Ehrenjungfern ,,in ein Zimmer, das prunkvoll mit rotem Samt ausgeschlagen und mit Blumen geschmückt war und das auf einen Balkon hinausging, von dem sie nachher den Aufzug der Verurteilten mitansah. Die Kosten des Frühstücks .. . des Weines allein .. . machten eine große Summe aus. Sie äußerte sich . .. daß es ihr bei keiner der öffentlichen Vergnügungen, die man ihr zu Ehren veranstaltet hätte, so gut gefallen hätte und auch das Essen nirgends so sehr nach ihrem Geschmack gewesen wäre." Allgemein glaubte man daran, daß der Eigensinn der verfluchten Sekte durch ein Aufgebot von bösen Geistern verursacht wurde. Wie ließ sich sonst ihre Widerspenstigkeit erklären und die fragwürdigen Sitten, an denen sie festhielt? Die „nichtswürdigen und beschnittenen" Juden enthielten sich des Schweinefleisches, zündeten an den Freitagabenden Kerzen an und schlachteten ihre Hühner mit Messern, wandten sieh im Gebet gegen Osten, wechselten an Samstagen ihre Bettwäsche, aßen Fleisch, wenn Fisch Vorschrift war und fasteten, wenn die Christen aßen. Einige gebildete Kleriker haben in gelehrten Büchern noch viele andere jüdische Eigenheiten zur Kenntnis der Öffentlichkeit gebracht. So erfuhr man, daß die Juden „Christus so sehr haßten, daß sie stets darauf ausgingen, Kreuze und Heiligenbilder zu verstümmeln. An ihren höchsten Feiertagen . .. pflegen sie Bilder des gekreuzigten Christus in

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