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Menorah · 1931-03-01 · Heft 3-4 (März 1931) · p. Seite 163

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 3-4 (März 1931)
Article
Lord Mechett
Date
1931-03-01
Page
Seite 163 (sequence 7)
Language
German
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LORD MELCHETT 163 deren Schutz des Staates gestellt. Man erklärte sie als Schlüsselindustrie wegen ihrer hohen nationalen Bedeutung. An der British DyestufTs (Korporation nahm der englische Staat aktives Interesse. Auf jede Art sollte versucht werden, das deutsche FarbstofTmonopol niederzuringen. Die Industrieschutzgesetze, die 1921 in Kraft traten, und zunächst für fünf Jahre einen Wertzoll in Höhe von 331/3% gewährten, sollten auch ungefähr 6000 Chemikalien gegen die ausländische Konkurrenz schützen. Zu den Vätern dieser Gesetze gehörte auch Alfred Mond. Auf seine Initiative geht die ständige Verlängerung dieser Schutzma ß nahmen zurück. Der Industrielle, der nur das eine Bestreben kennt, sein Land sei weit wie möglich von ausländischen Einflüssen unabhängig zu machen, wird zum Vorkämpfer der Schutzzollpolitik. Der Libe rale verläßt das Lager des Freihandels. Es erregt größtes Aufsehen, als Mond im Jahre 1926 zur konservativen Partei übertritt. Er ist niemals in seinem Leben Dogmatiker gewesen. Deshalb hat er oft erstaunlich rasch den Wechsel seiner Anschauungen vollzogen. So wie er einst unter Lloyd George als einer der führenden Liberalen sich iür den Freihandel eingesetzt hatte, fordert er jetzt den Schutzzoll und vertritt Gedanken, die einst Joe Chamberlain zum Leitmotiv seines Handelns gemacht hatte. Kurz vor der Londoner Reichskonferenx, Ende September 1930, spricht sich Mond infolgedessen für die strikte Ablehnung des Gedankens eines Anschlusses Englands an ein wirtschaftliches Paneuropa aus. Mit großer Wärme setzt er sich für einen Ausbau des Handels innerhalb des britischen Imperiums mit allen Mitteln nur nicht mit denen des Schutzzolles ein. Der Zoll soll das Imperium nur nach außen schützen. ,,Innerhalb des britischen Imperiums'', so erklärt er, besteht eine wirtschaftliche Einheit, die so viel größer an Flächenraum, so viel zahlreicher an Bevölkerung ist, deren Produkte so viel mannigfaltiger, überlegener sind und deren natürliches Gefühl miteinander Handel zu treiben so viel ausgeprägter ist, daß es als blindeste Torheit, als verbrecherischster Akt erscheinen müßte, wollte man nicht den Versuch unternehmen, eine wirtschaftliche Einheit zu schaffen, in der die größere Vision des Imperiums an die Stelle der kleineren des Heimatlandes tritt". Der politische Organisator Alfred Mond wird zum Organisator in der gesamten britischen Industrie. Die Expansionstätigkeit seines Unternehmens bereitet den kühnen Schritt vor, den er im Oktober 1926 unternimmt. Auch in England zwingt der Krieg zur Rationalisierung. Auch hier vollzieht sie sich, ähnlich wie in

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