Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 9 (1931)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1931)
- Article
- Lord Mechett
- Date
- 1931-03-01
- Page
- Seite 162 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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162 MENORAH kann er, 38 Jahre alt, alsMitgliedder Liberalen für den Kreis Chester in das U nterhaus einziehen. 1910 wird er dann in West- Swansea gewählt. Diesen Wahlkreis behält er bis 1923, dann entsendet ihn Garmarthen in das Parlament. Frühzeitig verbindet ihn enge Freundschaft mit Lloyd George. Aber erst als der Krieg ausbricht, erkennt man seine politische und organisatorische Begabung. Dieser Mann von deutscher Abstammung wird zu einem der größten Organisatoren des Kampfes gegen Deutschland. Als Schatzkanzler beruft ihn Lloyd George in ein Organisationskomitee von Industriellen. Mond wird dann einer der Mitbegründer des Komitees für den Handel und die Industrie und gehört zu den Befürwortern der Einfuhrverbote für deutsche Waren. Gleichzeitig ist Mond einer der Pioniere der englischen Rüstungs- und besonders der Luftfahrtpolitik. Von 1916 bis 1921 gehört er dem Koalitionskabinett als Arbeitsminister an. Dann übernimmt er bis 1922 das Wohlfahrtsministerium. Mit Lloyd George tritt er im November 1922 von seinem Ministerposten zurück. Während des Krieges hat er die Interessen der Frontsoldaten aufs eifrigste verteidigt. Er gehört zu den Hauptakteuren der Rekrutenkampagne in Südwales. Eine ganze Reihe von Erfindungen, die für das Heer von Nutzen sind, werden von ihm finanziert. So ist Alfred Mond — seit 1910 Sir Alfred Mond — zu einem der Führer der englischen Politik geworden. Als Minister hatte er alle seine leitenden Posten in den Unternehmungen seines Vaters niedergelegt. Jetzt hält er seine politische Rolle für ausgespielt und kehrt in die Industriezurück. Als der Sozius seines Vaters Sir John Brunner auch ein Staatsamt übernommen hatte, war Roscoe Brunner der Führer des großen chemischen Unternehmens geworden. Aber schon 1923 hatte er sich von diesem Posten aus Gesundheitsrücksichten zurück ziehen müssen. Jetzt tritt Sir Alfred Mond an seine Stelle. Im Jahre 1926 wird er der Präsident des Alkaliwerkes und aller anderen Brun ner, Mondschen Fabriken. Schon vor dem Kriege hatte die Firma Brunner, Mond & Co. ihren Interessenkreis stark erweitert und eine ganze Reihe von chemischen Unternehmungen sich angegliedert. Bisher hatte sie sich aber auf ihr eigentliches Interessengebiet, die Produktion von Alkalien und verwandten Produkten, beschränkt. Trotz aller Anstrengungen war es England nicht gelungen, der deutschen Farbenindustrie auf dem Welt markt mit Erfolg Konkurrenz zu bereiten. Sofort nach Ausbruch des Krieges wurde deshalb die englische Farbenindustrie unter den beson-