Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 9 (1931)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1931)
- Article
- Lord Mechett
- Date
- 1931-03-01
- Page
- Seite 160 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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160 MENORAH Rheinländerin, in Höhe von 40.000 Mark gründet er in Nor wich eine Ammoniakf abrik. Schon nach wenigen Jahren kann er das geliehene Kapital zurückzahlen. Ludwig Mond ist nicht nur ein chemischer Gelehrter von Rang, sondern er zeigt sich bald als ein begabter Organisator und geschickter Industrieller. Mit klugem Blick dringt er in die Produktion gerade desjenigen chemischen Erzeugnisses ein, durch das England noch immer eine unbestrittene Stellung auf dem Weltmarkt besitzt. Es gelingt ihm, den Ammonik-Sodaprozeß durch ein neues Verfahren zu verbessern. Im Jahre 1873 verbindet Ludwig Mond sich mit dem Schweizer John Brunner. Mit dem geringen Kapital, über das die beiden Freunde zunächst verfügen, begründen sie die Firma Brunner, Mond & Co. und errichten eine Ammoniak-Sodafabrik in Winnington bei Liverpool. Sie wird das Stammhaus des großen chemischen Unternehmens, aus dem das größte Alkaliwerk der Welt sich entwickelt. Das M o n d g a s, das Ludwig Mond bei seiner Fabrikation entdeckt, hat seinen Namen unsterblich gemacht. Zusammen mit dem Deutschen Langer findet er eine spezifische Eigenschaft des Nickels, durch die es möglich wird, das Nickel schon bei der verhältnismäßig geringen Wärme von 40 bis 45 Grad mit Kohlenoxydgasen zu Nickeltetrakar b o n y 1 zu ver einigen, eine Entdeckung, die für die Nickelgewinnung bahnbrechend geworden ist. So wird Ludwig Mond auch einer der Pioniere des Metallerzbergbaus. Die große Nickelhütte von Clydach arbeitet noch heute nach diesem Verfahren. Die Mond-Nickel-Company, 1900 ins Leben gerufen, die ihre Interessen besonders nach den Nickelgebieten Kanadas ausstreckt, gehört ebenfalls zu den Gründungen des Kasseler Chemikers. Sie wird der größte Nickelproduzent der Welt und hat erst im Jahre 1928 ihre Selbständigkeit aufgegeben. Über seine chemischen und industriellen Interessen hinausgehend, ist Ludwig Mond ein Mann von großer Vielseitigkeit und hohem künstlerischem Verständnis. Immer wieder zieht es ihn nach Rom. Hier erwirbt er den an der Trinitä dei Monti gelegenen Palazzo Zuzzarin, der einst Winckelmanns Aufenthalt gewesen war, und in dem die deutschen Nazarener gewirkt hatten. Dieser Palast wird unter Ludwig Mond, dem Henriette Hertz zur Seite steht, zu einem Mittelpunkt des römischen Lebens. Hier stirbt er 1909 fern von seinem Heimatland und der Stätte seines Wirkens. Aus seiner Ehe mit der Kölner in Frida Löwenthal hinterläßt er zwei Söhne, den Erben seines Werkes. Alfred Moritz Mond, und den Physiker Robert Mond.