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Menorah · 1931-03-01 · Heft 3-4 (März 1931) · p. Seite 159

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 3-4 (März 1931)
Article
Lord Mechett
Date
1931-03-01
Page
Seite 159 (sequence 3)
Language
German
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LORD MELCHETT 159 ,,Oh, Ik aben eine serr große Bitte an Ihnen." Und der alte Mond, der wußte, was sich gehörte, dienerte und war gern zu Diensten. Der Fremde erzählte, er komme aus England, wo nächstens irgend ein Jubiläum der Königin gefeiert werde. Zu diesem Feste sollten große Prunkaufführungen stattfinden, und man wolle die ganze Londoner Hofgesellschaft in historische Kostüme kleiden, sowie sie zur Zeit der Thronbesteigung der Königin Viktoria Mode gewesen seien. Unglücklicherweise aber sei es gar nicht möglich, die Stoffe, die man damals getragen habe, in England zu erhalten, denn Nanking und Schirting fabrizierte ja kein Mensch mehr. Man habe erfahren, daß die Schwälmer Bauern diese StolTe noch trügen und nur bei Herrn Mond kauften. So sei er in geheimnisvollem Auftrag gekommen, um diese Stoffe einzukaufen. Bald hatte der alte Mond auf diese Weise für 100.000 Taler Ware verkauft. Auch den Kattundrucker und den Fabrikanten wurden ihre Warenbestände von diesem Fremden abgenommen. ,,Ja, und weil ich doch auch all die Fabrikanten auskaufen lassen mußte, um meinen Vater unmöglich zu machen, sein Lager wieder aufzufüllen, deshalb mußten drei Jahre lang alle Waisenkinder und alle Spittelweiber und die Insassen der Altersheime in ganz London diese abscheulichen Nanking-, Schirting- und Beiderwandkleider tragen, denn was sollte ich mit all dem StolT anderes anfangen, als ihn den Londoner Wohltätigkeitsanstalten schenken", schloß Dr. Ludwig Mond seinen Bericht {„Vossische Zeitung", Nr. 8 vom 6. Jänner 1931). Initiative und Gelehrsamkeit scheint ein Erbteil der Familie Mond zu sein. Denn neben dem englischen Zweige, der sich Weltruhm erworben hat, ist auch die noch in Deutschland ansässige Familie zu großem Ansehen aufgestiegen. Meyer Baers Bruder, Julius Mond, Bankier in Kassel, hatte sieben Kinder. Von ihnen wird Moritz Mond in Karlsruhe der Gründer einer der größten deutschen Linoleum fabriken in Maximiliansau, ein anderer Sohn, der Frauenarzt Dr. Richard Mond, ist Chefarzt des Freimaurerkrankenhauses in Hamburg, ein dritter, Julius Mond, einer der führenden Kaufleute Sevillas, Julius' Enkel, Rudolf Mond, ist heute als Nachfolger Meyerhoffs Ordinarius für Physiologie in Kiel. Voll Wagemut geht Ludwig Mond — in Kassel 1840 geboren —, soeben in Göttingen zum Dr. der Chemie promoviert, erst z w e iundzwan zigjährig im Jahre 1862 nach England. Dort scheint ihm ein größeres Feld für seine Tatkraft zu winken als in Deutschland, wo die Industrie sich erst zu entwickeln beginnt. Mit einem Darlehen seiner Freundin Henriette Hertz, einer kunstsinnigen

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