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Menorah · 1931-03-01 · Heft 3-4 (März 1931) · p. Seite 158

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 3-4 (März 1931)
Article
Lord Mechett
Date
1931-03-01
Page
Seite 158 (sequence 2)
Language
German
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158 MENORÄH hunderts wie in allen übrigen Industriezweigen das führende Land der Welt. Dann reißt Deutschland die Herrschaft an sich. Justus von Liebig, Robert Bunsen, August Wilhelm Hofmann und Adolf von Bayer gründen eine neue chemische Schule. „In der Hexenküche des Chemikers läßt sich die ganze Welt verwandeln. Abfälle, niemals verwandt, achtlos beiseite geworfen, erhalten jetzt in der Re torte plötzlich ihren Wert. Aus dem Teer entstehen die vielfältigsten Farbstoffe und Heilmittel, aus den Abraumsalzen die verschiedensten Kaliprodukte. Das Prinzip der Veredelung erzwingt die fortwährende Umarbeitung aller Stoffe, die Ausnutzung aller Nebenprodukte. Eine chemische Großindustrie wächst empor und schafft Reichtümer gleichsam aus dem Nichts, wie sie die Alchimisten niemals erträumt hatten . . . An dieser Entwicklung der Wissenschaft der Chemie und damit an der Begründung der chemischen Großindustrie haben viele Gelehrte aus jüdischem Blut hervorragenden Anteil" (vergl. das Buch des Verfassers: Juden in der deutschen Wirtschaft, Seite 240/41, „Nikodem Caro"). Den großen christlichen Forschern reihen sich Männer jüdischer Abstammung, wie Heinrich Caro, Georg Lunge, Adolf Frank und Carl Theodor Liebermann ebenbürtig an. Deutsche Chemiker werden in England die Pioniere dieser neuen Lehre! Deutsche Männer jüdischen Glaubens erproben mit Erfolg in ihrer zweiten Heimat die Verfahren der deutschen Klassiker der Chemie. Unter ihnen an erster Stelle ein Schüler Robert Bunsens, Dr. Ludwig Mond. Aus seinem Werk entsteht deT größte chemische Konzern der Welt. Die Familie Mond ist hessischen Ursprungs. In Kassel betreibt Meyer B a e r Mond, der Vater Ludwigs, in der Obersten Gasse ein Manufaktur Warengeschäft. Seine Frau, aus der Familie Katz gebürtig, wie er selbst aus dem hessischen Lande stammend, tritt ihm bei seiner geschäftlichen Tätigkeit treu zur Seite. Mit Fleiß bringt es der alte Mond zu einem gewissen Wohlstand. Den einzigen Sohn kann er deshalb studieren lassen. Noch bis in das hohe Alter hinein steht er selbst hinter dem Ladentisch und bedient die hessischen Bauern auch dann noch persönlich, als der Sohn schon als chemischer Industrieller in England ein reicher Mann geworden ist. Leopold Heinemann erzählt, ,,der alte Mann hätte bis an sein Lebensende hinter dem Ladentisch gestanden, wenn nicht eines Tages eine seitsame Sache passiert wäre. Ein gutgekleideter Fremder betrat den Laden und sagte etwas stockend:

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