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Menorah · 1931-03-01 · Heft 3-4 (März 1931) · p. Seite 120

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
9 (1931)
Issue
Heft 3-4 (März 1931)
Article
Aus der Geschichte der jüdischen Frau
Date
1931-03-01
Page
Seite 120 (sequence 2)
Language
German
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120 MEN ORAH tung: die jüdisch-deutschen Frauenbücher. In der bunten Reihe dieser Frauenbücher, die zumeist um die Zeit des ausgehenden Mittelalters geschrieben sind. lassen sich deutlich einzelne Typen abgrenzen. Da sind die Bücher, die von den PJlichlen der Frauen handeln; wie etwa das „schon Frauenbüchlein", das nach der Aussage seines Verfassers geschrieben ward „zur Besserung dem Leib und zu Zirung der Seelen", damit die Frauen mit ihren großen Pflichten Bescheid wüßten, „bifrat was anlangt Chaloh. Nidoh. Hadlokoh un wie eine soi umgen mit ire Zedokoh . . /' Uns ist dies Frauenbüchlein heut besonders deshalb merkwürdig, weil wir in ihm im jüdischen Fraucnieben jener Zeit das Bild einer jüdischen Frau und ihres Strebens kennen lernen, das uns in seiner Großzügigkeit und Zielbewußtheit nicht nur zum Verständnis jener vergangenen Zeiten wertvoll ist. sondern unmittelbar ins bewußte jüdische Frauenleben des heutigen Tages herein reicht. Fast könnte man an das Bild jener berühmten Unbekannten denken, das Raschi uns überliefert und in welchem man das Porträt einer ihm persönlich bekannten Zeitgenossin vermutet hat: die Frau, die selbständig ein großes Unternehmen leitet, zahlt vielen Angestellten ihren Lohn aus und trägt den großen Ring am Finger nicht zum Schmuck, sondern um damit ihre Anweisungen zu siegeln. Auch im Frauenbüchlein ist eine dieser königlichen Frauen gezeichnet, die im Ghetto oHeilbar nicht ganz selten waren: sie herrscht unumschränkt in ihrem großen Hauswesen, sie sorgt für das Vieh noch ehe sie die Kinder aus den Betten holt, sie ist ..liplich" gegen Arme — und sie schmückt sich auch für ihren Mann, daß sie ihm wohl gefalle „im dass er nit seine Augen gibt auf fremde Frauen". Denn die Chachomim sagen: Ir Männern, seid gewarnt und tut eren eure Weiber, denn die frommen Frauen sein die Zirung im die Krön von iren Mannen; denn sie ist eine Gabe von Schern jisborach - un sie is im Gau Eden beschallen worden im der Mann heran ssen.4" Zu diesen Büchern von den vllerzenspHichten" der Frau aber, die etwa dem berühmten Buche des Bachia für den Mann entsprechen, gesellen sich nun auch nicht weniger geschätzt und wahrscheinlich noch mehr beliebt in ihrem weiblichen Leserkreise — jene Bücher, die es unternahmen, der Frau, die ja wie die Königstochter im Palaste stets in ihren vier Wänden zu finden sein sollte, die ganze erbauliche und gottgefällige, aber auch bunte und vielfarbige Welt des L c r n e n s im Beth Hamidrasch zu ersetzen. Denn der Talmud barg ja nicht nur die strengen Fechlerschulen der llalachah. sondern auch den blühenden Garten der Haggadah mit den

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