Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 9 (1931)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1931)
- Article
- Durch Spanien und Portugal
- Date
- 1931-03-01
- Page
- 117 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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reiches haben sich Trümmer dieses Volkes nach Spanien gellüchteL sowie auch bei den Judenvertreibungcn aus England und besonders aus Frankreich Flüchtlinge in Spanien Aufnahme fanden. Die Spagniolen haben nach dem Urteil der Anthropologen unter allen Juden bis heule den semitischen Typus am treuesten bewahrt. Abweichungen von diesem Grundlypus erklärt man aus solchen Mischungen mit jüdischen Einwanderern aus dem Norden noch auf spanischer Erde. Über 300.000 Spaniolcn leben heute als Nachkommen jener 1492 aus Spanien Vertriebenen mit der Sprache, den Volksliedern und Sitten, wie sie sie damals mit in die Fremde genommen und bis heute bewahrt haben. Sie erhielten sich in fremder Umgebung, weil sie Träger einer höheren Kultur waren, an deren Förderung sie selbst in der Heimat nicht unerheblich mitgewirkt hatten. Diese hohe Kultur zeichnet aus eigener Erfahrung zum Beispiel Isak Jellin in seinen Lebenserinnerungen, wie er, der litauische Jude, als ganz junger Bursche im Hause des sefardischen Schwiegervaters in Jerusalem sich andere Sitten und andere Hausordnung angewöhnte, wie er statt der abgerissenen Triller aus Cheder und Bethhamidrasch dort die Lieder