Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 9 (1931)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1931)
- Article
- Durch Spanien und Portugal
- Date
- 1931-03-01
- Page
- 103 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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r Merida I Römischer Aquädukt liehen und kulturellen Standpunkt aus die Vertreibung der Mauren aufs tiefste beklagen. Als Pennäler legt man sich mitunter die Frage vor: in welchem Zeitalter und unter welchem Himmelsstrich möchtest du wohl am liebsten geboren worden sein? Man denkt an Jerusalem unter Salomo, an Alben unter Perikles usw. Sicherlich aber, wenn überhaupt von einem goldenen Zeitaller gesprochen werden kann, war Spanien unter der Maurenherrschaft bis etwa 1150, bis zum Einfall der fanatischen Almohaden, relativ ein Paradies zu nennen. Wohl nie und nirgends hat bisher eine solche religiöse Toleranz geherrscht als in diesen maurischen Teilstaaten. Der Fanatismus des Islam war durch eine Bildung gebändigt, dank deren üordova wie andere maurische Kulturzentren zur Lehrmeisterin des christlichen Europa wurde. Von der Bibliothek Cordovas macht man sich einen BegriH*, wenn man hört, daß die Kataloge allein ein Zimmer ausfüllten. Nicht umsonst wird es von der deutschen Nonne liroswila von Gandersheim (im 10. Jahrhundert) als Wiege der Geistesbildung und ritterlichen Glanzes gepriesen. Durch Anfertigung von Übersetzungen altgriechischer Autoren, deren Handschriften die Kalifen sammelten, vermittelten die Mauren die antike Bildung der christlichen Welt und führten die Renaissance herbei. Der Schreiberfleiß führte dazu, daß man statt des immer seltener werdenden Pergaments das Papier als Schreibmaterial erfand. Das maurische Spanien besaß im 10. Jahrhundert 17 Universitäten, das heutige besitzt deren 10. Auch das ganze Ritterwesen ist