Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 9 (1931)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1931)
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 91 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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UMSCHAU 91 UMSCHAU für die Zeit vom 20. November 1930 bis 15. Jänner 1931. DEUTSCHLAND UND ÖSTERREICH. In Berlin starb im Alter von 75 Jahren der Historiker Prof. Adolf Waisehauer. — Dr. Julius Brutzkus (Berlin) erreichte das 60. Lebensjahr. — Die Vorstandswahlen der Jüdischen Gemeinde in Berlin ergaben eine Mehrheit für die Liberale Partei. AUS ALLER WELT. Die Wirtschaftskrise in Australien hat auch die jüdischen Gemeinden in schwere Notlage gebracht, so daß sie ihre Institution schließen und die Rabbiner entlassen müssen. — Der New Yorker Bankier Felix Warburg, Präsident des Aclminislrativ-Komitces der Jewish Agency wurde 60 Jahre alt. — In New York starb der Bankier und Philanthrop Nathan Siraus. — Die Völkerbundkommission für Kalenderreform ist für den Oktober 1931 einberufen; es ist mit der Annahme des sogenannten Blanco-Tages zu rechnen, der eine Verschiebung des Sabbats zur Folge hätte. -— Nahum Sokolow, Präsident der Zionistischen Weltorganisation wurde 70 Jahre alt. — Die jüdischen Organisationen der Vereinigten Staaten haben unter Unterstützung der jüdischen Öffentlichkeit eine Reihe von sozialen Aktionen zugunsten der Opfer der zunehmenden Arbeitslosigkeit ins Leben gerufen. — Sir Isaae Isaae, Sohn eines Schneiders in Melbourne, wurde zum General-Gouverneur von Australien ernannt. — Die neue Sonntagsruhebestimmung in England sieht Erleichterung für sabbathtreue Juden vor; so ist das Offenhalten von Friseur- und Fleischerläden, die den Sabbath geschlossen halten, am Sonntag gestattet. — Staatsrat Jacob Teitel vollendete sein 80. Lebensjahr. — Die jüdische Jugendorganisation Y. M. H. A. hat in New York mit einem Kostenaufwände von 2*5 Millionen Dollar ein Haus für die jüdische Jugend errichtet. — In England leben rund 300.000 Juden, hievon 175.000 in London. — Miss Henrietten Szold, die Gründerin der Hadassah wurde 70 Jahre alt. — In London starb Lord Melchett (Alfred Mond), einer der größten englischen Industriellen und Mitglied der Jewish Agency. — In Frankreich studieren 5000 jüdische Hochschiilcr aus den osteuropäischen Staaten. EREZ ISRAEL. Bei den Wahlen zur Assefath Haniwcharim entfielen 46 Prozent der abgegebenen Stimmen auf die Vereinigten Arbeiterparteien, 20 Prozent auf die Revisionisten, der Rest auf fünf kleine Parteien. — Bei Beginn der Orangenptlücksaison entstanden Konflikte zwischen Pflanzern und jüdischen Arbeitern, welche zur Sicherung der Beschäftigung jüdischer Arbeitsloser führten. — Mit dem Beginn der Bestelhingsarbeiten mehrten sich die Zusammenstöße zwischen jüdischen Kolonisten und Beduinen, unter denen das Gerücht verbreitet ist, daß die englische Regierung den Juden den Boden wegnehmen und den Arabern zuweisen werde. — Die vom High Commissioner in den Steinbrüchen von Athlilh angeordnete Zwangssonnlagsruhe, von der besonders die jüdischen Arbeiter betroffen wurden, ist aufgehoben worden. — Die jüdische Einwanderung beträgt im Oktober 217, im November 228, die Auswanderung 101, bezw. 86 Personen. — Die Shell Company hat den Bau ihrer Petroleumlanks für 7 Millionen Gallonen Öl in Haifa beendet, JÜDISCHE LEHRE UND LEHRER. Rabbiner Dr. Caesar Seligmann (Frankfurt a. M.) vollendete sein 70. Lebensjahr. — Der in Lausanne verstorbene Bakteriologe Professor HafTkine hinterließ 1-5 Millionen Schweizer Francs zur Erhallung von Jeschiboth. — Zum erstenmal seit 1-192 hat sich auf spanischem Boden in Madrid eine jüdische Synagogengemeinde konstituiert und ist von der Regierung anerkannt worden. — Rabbiner Dr. Max Grunwald (Wien) ist nach 35jährigcr Amistätigkeit in den Ruhestand getreten. WANDERUNG UND SOZIALE HILFE. Die jüdische Wanderung in Deutschland ist gegenüber dem Vorjahre um 25 Prozent