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Menorah · 1930-11-01 · Heft 11-12 (November 1930) · p. Seite 543

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
8 (1930)
Issue
Heft 11-12 (November 1930)
Article
Neue Synagogen
Date
1930-11-01
Page
Seite 543 (sequence 3)
Language
German
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NEUE SYNAGOGEN 543 raumes, obwohl von der oft angewendeten Zentralform abgegangen wurde. Rein sachliche Erwägungen veranlaßten mich, den Tageslichteinfall in den untern Raumteil zu verlegen, das Licht fließt in zerstreuter Weise ein, reichlich hell, ohne zu stören, durch die beiden gelagerten, 16 m langen vergitterten Hauptienster. Der obere Raumkubus ist in Dämmer gehüllt, durch eine dunkle Holzstegdecke abgeschlossen. Die Ausstattung ist schlicht und doch feierlich; es herrscht betonte Konzentrierung auf die Ostseite, aui die Estrade mit Almemor, Lade und Kanzel. Der rauhe Verputz hat grüngraue Färbung, die Galeriebrüstungen und die hohe Westwand tragen schmückende hebräische Inschriften, die 10 m hohen Wände des Estradenraumes an der Ostseite sind — gleich feierlichen Teppichen — mit Symbolen in zurückhaltender Sgraffitotechnik farbig geschmückt. Der Schrein selbst, von schlanker, 3 m hoher Form, ist von dem blauschimmernden Vorhang bedeckt in feierlicher Messingfassung." Während der Arbeit an der Synagoge in Plauen hat sich Landauer an einer Konkurrenz für Hamburg beteiligt. Auf diese bezieht sich, was nun folgt und seinen Gedankengang fortsetzt: „Zu einem engeren Wettbewerb für einen neuen Tempel zu Hamburg geladen, nahm ich die Gelegenheit wahr — über die bisherigen Aufgaben hinaus — die Gestaltung eines eigentlichen Typs des liberaljüdischen Tempels zu versuchen, welcher durch Konzentration des Grundrisses sowohl die Bedingungen des Gottesdienstes erfüllt, sowie der heute besonders notwendigen Wirtschaftlichkeit Rechnung trägt. Die Lösung scheint erreicht durch eine klare Erfüllung aller Wesensbedingungcn der Bauaufgabe, und zwar in der einfachsten Form: in der Außengestaltung soll der feierlich, sakral wirkende verschlossene Steinkubus des Haupttempels als Dominante zur Erscheinung kommen (hinter dem Vorhof). Kongruent ist der Tempelraum in der klaren kubischen Raumform entwickelt; er soll von gleicher feierlicher Ruhe sein, Grundlage für eine konzentrierte Andacht des Beters. Der Grundgedanke ist die räumliche Kombination von Haupt- und Wochentagssynagoge; der wirtschaftliche Grund hierzu ist die Erweiterungsmöglichkeit des nicht übermäßig großen Haupttempels an den Feiertagen, der gottesdiensttechnische Vorteil liegt darin, daß für die normalen Gottesdienste, durch die Abschließung der Wochentagssynagoge mit Klapptürwand, der Hauptraum verkleinert und akustisch viel günstiger wird. Ein weiterer wirtschaftlicher Gewinn ist die Benutzungsmöglichkeit der gleichen Vorräume und Garderobeanlagen für Haupt- und Nebensynagoge. Die Galerien sind so eingefügt, daß

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