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Menorah · 1930-09-01 · Heft 9-10 (September 1930) · p. Seite 461

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
8 (1930)
Issue
Heft 9-10 (September 1930)
Article
Josef Achron
Date
1930-09-01
Page
Seite 461 (sequence 4)
Language
German
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JOSEF ACHRON 461 wicklungsgang der jüdischen Musik überhaupt. Ein Weg, der mit dem Sammeln der Volksmusik und deren Reinigung von in sie eingedrungenen fremden Volkselementen begann, durch die freiere Bearbeitung und Paraphrasierung der Volksmotive zu Konzertslücken (Achrons „Hebräischer Tanz/* und „Wiegenlied'* op. 35, ..Tanzimprovisalion" op. 37 und ,,Scher" op 42) hindurch zum freien Schallen aus eigener Einbildungs- und Gestaltungskran führt. Das Zurückgreifen auf die kleine Form war im Anfangsstadium durch das Bestreben, sich von der abendländischen Musiklradition freizumachen und zunächst einfachere Wege einzuschlagen, gegeben. Achron ist auch ein souveräner Beherrscher der kleinen Form und seine ersten Bearbeitungen für Violine erheben sich bedeutungsvoll über das Niveau der damaligen Übertragungen. Seine künstlerischen Bestrebungen gehen weit abseits von jener Art .,Jüdischer" Musik, die wahllos die Volksmusik, die echte wie auch die verfälschte, mit ihrem reichlichen Mißbrauch der übermäßigen Tonschritte ausbeutete und aus Mangel an Eigenem in ihr stecken blieb. Wir seilen, wie er bald die Kinderkrankheiten" überwindet, sich von den anfänglichen „Versuchen" abwendet, um einen bis dahin verschallet liegenden Beicht um aufzuschließen. Der Punkt des Ahnens, des Experimentierens, ist mit einer energischen Geste abgeschüttelt, das Neue steht fest und klar von einem einzigen Punkt ausgehend. Noch schreibt er ,,Symphonische Variationen" über das palästinensische Volkslied „El Jibneh Hagalil" (1915) für Klavier: die Suite bizarre" op 41 und die .,Zweite Violinsonate" op. 45: letztere groß angelegt, kühn, von den Ideen und Errungenschaften der neuen Musik stark beeinflußt. Aber schon in op. 40 („An die Jüdin". Deklamation mit Orchester), op. 46 (..Märchen für Violine und Klavier"), op. 49 (Bühnenmusik zu ,,Fartog"), op. 50 (Bühnenmusik zu „Wos in Fidele steckt" von Perez) ist keimhaft die Richtung angelegt, die in den Liedern op. 52 bis 55, den Klavierwerken op. 56 und der „Kindersuite" op. 57 in ausgeprägterer Form zum Durehbrueh gelangt. In diesen Werken sehen wir Achron gefestigt, das Gleichgewicht zwischen Können und innerstem Wollen hergestellt. Die ganze Intensität seines Fuhlens, die folgerichtige Entwicklung seines Schadens, führte ihn zu der für ihn einzig richtigen Auswirkung: sein jüdisches Empfinden, seine vom Judentum getränkte Phantasie in der Musik auszudrücken. 1 n d e r V e r b u n d e n h e i t m i t d e m S c h i c k s a 1 s e i n e s V o 1 k e s f i n d e t e r K r a f t u n d M u t , s e i n e e i g e n e n Wr e g e z u g e h e n, in der i n n e r e n A n k n ü p f u n g a n d e n traditionellen N u s s a c h u n d d e n M e 1 i s m e n d e s u r-

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