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Menorah · 1930-09-01 · Heft 9-10 (September 1930) · p. Seite 459

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
8 (1930)
Issue
Heft 9-10 (September 1930)
Article
Josef Achron
Date
1930-09-01
Page
Seite 459 (sequence 2)
Language
German
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JOSEF ACHRON 459 zelne seiner Werke besonders hinzuweisen, ist der Zweck der nachfolgenden Zeilen. Achron ist am 1. Mai 1886 in einem kleinen Städtchen L o s d s e e des Gouvernements Suwalky (früher Rußland, jetzt Litauen) gehören. Eine früh sich äußernde Begabung hat ihn zur Musik geführt. Erst zwei Jahre all, besaß er schon ein scharfes (iehör und konnte eine rein von einer falsch gestimmten Geige, unterscheiden. Die erste Geige, die in seine1 Hände kam, wurde von seinem Vater angefertigt, der als Autodidakt etwas Violine spielte und auch den Knaben mit den elementaren Begriffen des Violinspieles vertraut machte. Zum Glück übersiedelte die Familie bald nach Warschau, wo der Junge regelmäßigen Unterriehl bei Professor M i c h a i 1 o w i t s c h erhielt. Mit acht Jahren konnte er bereits in einem großen Konzert debütieren. 1897 findet die erste größere Konzerttournee durch Rußland stall. Nach einem weiteren Studium bei Professor Lotto in Warschau trat er mit dreizehn Jahren in das Petersburger Konservatorium ein (Violine bei Auer, Harmonielehre bei Ljadow), welches er im Jahre 1904 mit einer goldenen Medaille und einer Hofprümie absolvierte. Nun begann eine rege Konzerttätigkeit im In- und Auslände1. Seine ersten Erfolge- und baldige Anerkennung fand er als reproduzierender Künstler. Aber innerlich dem Beiriebe des Konzertierens völlig fremd, befriedigte ihn die Aussicht auf eine einseitige Virtuosenkarriere sehr wenig. Einem innerem Antriebe folgernd, vertiefte sich Achron mit feurigem Eifer in das Studium der Komposition (1907—4910), arbeitete fleißig ganz allein die Kontrapunkt-, die Fugen- und Formenlehre durch und abschließend die Instrumentation hei M. Sleinberg. Nunmehr vollzieht sich seine Laufbahn auf beiden Gebieten gleichzeitig: als Violinkünstler und Komponist. Die weiteren Stationen seines Nomadenlebens sind: 1913—1916 in Charkow als Lehrer, Solist und Kammermiisikspieler. 1916—1918 als Soldat in der russischen Armee, nach dieser unfreiwilligen Unterbrechung 1918—1922 wieder ausgedehnte Konzerlreisen, von Ende 1922 bis Ende 1924 Berlin. Von hier aus unternahm er eine Reise nach Palästina, wo er sich zirka zweieinhalb Monate aufhielt und fünfzehn Konzerte gab. Am 1. Jänner 1925 kommt er nach Amerika, lebt zuerst in Chikago und gründet später in New York eine eigene Meisterklasse für Violinspiel, um daneben ausschließlich der kompositorischen Arbeit sich widmen zu können. Seil kurzem ist er auch zum Leiter der Jüdischen Stunde"' bei einer großen Radiogesellschaft ernannt worden. Mit Absicht sind die Lebensdaten vorangestellt, aus denen die

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