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Menorah · 1930-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1930) · p. Seite 391

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
8 (1930)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1930)
Article
Juden sollen Bauern werden!
Date
1930-07-01
Page
Seite 391 (sequence 3)
Language
German
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JUDEN SOLLEN BAUERN WERDEN! 391 Er sah das sklavenhafte Joch, das er den von ihm wahrhaft geliebten Brüdern auferlegt hatte, überhaupt nicht. Unbewußt und blind hatte er uns den Händen der Verwaltung, die uns demütigte und demoralisierte, ausgeliefert und jeder Menschenwürde und Selbstachtung beraubt. Die Spuren jener Sklaverei sind noch bis heute in den Kolonien sichtbar! LLmde Juni löste der Colone! das Diebsnest — das Magazin — auf und begann unter die Kolonisten Subsidien zu verteilen. Die Kommis. Buchhalter. Verwalter und Schreiber setzte er ganz einfach auf die Straße und schlofö mit Ignacio Mureta und L. Fernandez einen Vertrag, durch den der Handel in der Kolonie monopolisiert wurde. Kein Privater, noch weniger irgend einer aus der Mitte der Kolonisten halte das Recht, auf dein Territorium des Barons Waren teilzubieten, mit Ausnahme der beiden erwähnten Kaufleute, die das Magazin und dessen Waren und einige tausend Seelen als Leibeigen»», als fertige Kunden, die nur bei ihnen kaufen durften, übernommen hatten! Damit die Kaufleute die Preise nicht in die Höhe schrauben, wurde bestimmt, daß der Administration das Kontrollrecht zustehe. In der Tat ein sehr wirksames Mittel! Mag sein, daß der Gedanke ein guter war. Vielleicht hatte er den Zweck, die Juden vom Handel fernzuhalten. Aber die Folgen waren traurig genug. Wir wurden erbärmlich geschunden. Der Preis aller Waren war fünfmal so hoch, wie in den anderen Läden der Umgebung, und die Konirollore der Administration schienen mit den Besitzern des Verkaufsmonopols in gutem Einvernehmen gehandelt zu haben. Die vielgepriesenen Subsidien wanderten in ihre Taschen, und uns stand es frei, zu hungern. Als Draufgabe kamen noch die Denunziationen dazu und als deren Folge die Geldstrafen, mit denen man für jedes kleinste Vergehen belegt wurde. Dies und alles andere vergällten uns das Leben. Auch das Fleisch, das man uns bis zur Verteilung der Subsidien kostenlos beigestellt hatte, wurde vom Colonel einem Manne aus Rerditschew, namens Motel Satanowski, in Monopol übergeben, und dieser setzte den Preis für .,koscheres" Fleisch mit fünfzehn und für „treifenes" mit zehn Cent für das Kilogramm fest. Das Schlachtvieh sollte er laut Vertrag bei der Administration kaufen. Dadurch entwikkelte sich bald eine neue Form des Diebstahls, und so wurde das JC2xI2C. JVlonofiol und Geldstraft en

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