Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 8 (1930)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1930)
- Article
- Im Faltboot über den Geigensee
- Date
- 1930-07-01
- Page
- Seite 377 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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IM FALTBOOT ÜBER DEN GEIGEN SEE 377 Einher Daniels ist auf vierzig Grad gestiegen. Ermattet hat er sich an der Spitze des Bootes auf dem Boden zusammengekauert, und die hölzernen Planken zittern von den Stößen seiner vor Frost klappernden Glieder, während wir zurückfahren, um ihn zu Bett zu bringen. ..Wenn nicht heute, dann wann?" klingt von neuem der leise Gesang der Fischer über die Jordanebene. Die Sonne über dem Geigensee ist höher gestiegen. Ihr Sirahl trifft die noch immer öden Hänge der Berge, um sie mit ihrer wilden Glut /u bescheinen, und bei dem Stammeln des in heißen Klagen jauchzenden Liedes sagt man sich unwillkürlich: ja. diese Berge, diese1 Ebenen werden sich unter der Kraft, dem Opfermut und der Liebe dieser Menschen wieder begrünen, noch einmal werden sie sich mit blühenden Feldern, mil den Kronen rauschender Waldbüunie, mit Glück. Fruchtbarkeit und Wohlstand bedecken Wenn nicht heule, dann wann? Zwischen den engen Pfeilern der hölzernen Flußbrücke strudelt das Wasser. Es ist zwei Tage später am anderen Ufer des Sees. Wir sind mit dem Klepperboot nach Daganja hinübergefahren, wo der Jordan den See verläßt, um bald darauf zwischen Steingeröll und Felsklippen durch die große Ode der verlassenen Hügel seinen einsamen Weg zum Toten Meer anzutreten. Die Strömung' drückt das leichte Boot hart gegen die Pfähle: aber kaum haben wir die andere Seite der Brücke erreicht, kommen wir wieder in stilles Wasser und landen dicht unter den Bäumen der jüdischen Kolonie1. Daganja ist die älteste Gemeinsehaftssiedlung Galiläas. Sie ist heule zwanzig Jahre1 alt. Palmen. Pappeln und Eukalvptusbäume überragen die schönen zweistöckigen Häuser, die sauber geordneten Wege. Wohnhäuser, Ställe, Maschinellschuppen reihen sich aneinander. Nach jahrelangen Mühen und Enttäuschungen mit unaufhörlichen Opfern an Arbeit, Gesundheit und Geld ist es gelungen, aus dieser verwahrlosten Ebene einen traumhaften Garten für Menschen und Tiere zu schallen, der sich immer blühender entfaltet. Ein paar Schritte aufwärts am Ufer des Jordans leuchten zwischen Eukalyplusbäumen zehn oder zwölf Grüber mit hebräischen Inschriften. Denn die Kolonie hat auch ihre Opfer an Leben gekostet, junge Menschen, die an Fieber gestorben sind, die als Wächter der Siedlung von den Arabern überfallen und niedergeschossen wurden. Ein sechzehnjähriger Knabe wurde1 erschlagen, als <>r dt4s Nachts mit