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Menorah · 1930-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1930) · p. Seite 272

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
8 (1930)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1930)
Article
Die Juden in der modernen Musik
Date
1930-05-01
Page
Seite 272 (sequence 8)
Language
German
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272 MENOR A H Das ..ewig" erstirbt auf den Hebernden Klängen der Celesla. Keim1 Konsonanz löst. Es bleibt ollen.------- Hier bat Mabler den tiefsten Kontrast seiner Seele hineingeheimnist. Viel tiefer und primärer als in das Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis'* der achten Sinfonie. Es ist die Zerrissenheit, die in jedem .luden mehr oder minder lel>U die auch in Heine .so furchtbar gelebt hat. Jenes Geleiltsein in der Diaspora, jenes Leiden an sich selbst, jenes Aufgewühltsein einer tragischen Doppelnatur ist es, das ihn Iiier aus der Christianisierung seiner früheren SchaHeizperiode zu einem skeptischen Pessimismus trieb. Es ist nicht nurder Pessimismus am Leben, sondern am Zweck des Lebens: ..Dunkel ist das Lehen, ist der Tod1. Weil beides dunkel ist. ergibt sich der Zecher dem Trunk. Wäre der Zweck des Todes wenigstens klar! Aber auch er ist es nicht. Mit dem ,.Lied von der Erde" hat der Skeptiker Mahler über den Gläubigen Mabler den Sieg errungen. Niehl umsonst setzte er nach der achten Sinfonie die zweite Grenze. Die nennte Sinfonie folgt ganz diesen Spuren. Weltnacht, ein Absinken, ein Verzweifeln, Klagen und Sehnsucht — Sehnsucht nach dem Tod. da ja doch beides, Leben und Tod. nichts hat und nichts bringt, liier lud sich Mahler von seinem „Christentum" befreit und ist wieder der ziellose, zerrissene Jude geworden. Enttäuschungen am Beruf, an den Menschen sind nur äußerliche Gründl1. Der innerste Grund ist sein Judentum. xxrnoki Schönbergs gesamtes Schallen ist ein lyrisches. Bezeichnend genug geht er, wie Mahler, vom Kontrapunkt aus. Geht man sein Werk durch, so stößt man überall auf seine stark lyrische Grundnote. Von den beiden Gesängen op. 1 bis zu den vier Orchester liedern op. 22. Ganz konsequent hat er in dem Monodram ..Erwartung" den Gefüldsvorgang des -Subjekts aus sich heraus gestaltet. Es ist ein lyrisiertes Drama. Zum Beweis dafür, daß diese Musik nur zu verstehen ist aus ihrem lyrischen Graindgefühl. führe ich zwei Beispiele an: das Streichsextett op. 4 .Terklärte Nacht" aus dem Jahre 1899 (also elf Jahre vor der ^Harmonielehre") und den Liederzyklus ..Pierrot Lunaire" op. 21 aus dem Jahre 1912 (also zwei Jahre nach der „Harmonielehre"). Das letzte Beispiel ist auch insofern interessant, als es nur für Sprechstimme ist. HL A r n nid S c h ö n b e r g

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