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Menorah · 1930-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1930) · p. Seite 269

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
8 (1930)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1930)
Article
Die Juden in der modernen Musik
Date
1930-05-01
Page
Seite 269 (sequence 5)
Language
German
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DIE .IUDEX IN DEK MODERNEN MUSIK 2(19 ausgiebige Benützung ..Des Knaben Wiinderhorn". überbau])! des Volksliedes, will man seine Vokalsinfonien aucb ..literarisch" nennen? Sind sie nicht vielmehr der Niederschlag eines reinen Lyrikers, der auch im sinfonischen Schallen Lyriker geblieben ist? Man hat die Lieder Mahlers als Vorstudien zu seinen Sinfonien bezeichnet. Mit viel, größerem Recht könnte man sagen: Mahler ist auch in seinen Sinfonien Lyriker geblieben. Und seine Vokalsinfonien sind keine Absicht, die an Beethovens Neunte anknüpft, sondern eigengesetzliche Notwendigkeit als Ausdruck des aharmoniseben Empfindens, als immanenter ..Protest" gegen die herkömmliche Sonatenfonn. Sein Ausspruch: „Es gibt keine Harmonie, es gibt nur Kontrapunkt" bestätigt dies nur. Tatsächlich empfindet man nur das Nebeneinander der Melodien, nicht das Übereinander der Harmonie. Es ist der Kampf der Melodie gegen die Harmonie. Dieses Problem wollen wir an seinem Beispiel näher betrachten. In Gustav Mahler sehen wir eine Persönlichkeit mit unerhörter Leidenschaft um die Lösung dieses Problems ringen. Er nimmt seinen Ausgang immer wieder vom Lied, dem primärsten melodischen Gebilde. Seine Sinfonien sind, wie gesagt, nur erweiterte Lieder. Er legi ihren einzelnen Teilen immer wieder Lieder unter. Fünf der herausgegebenen neun Sinfonien sind von Chören oder Solistenstimmen getragen. Diese Vokalsinfonien haben etwas von dem Oratorium, jener Gattung, die zwischen dem Lyrischen und Dramatisc hen liegt, nur mit viel stärkerer Überbetonung des lyrischen Elements. Schon die er sie Sinfonie, die nur Instrumentalmusik ist. gibt im ersten und dritten Satz Lieder eines fahrenden Gesellen wieder: ..Ging heut morgen übers Feld". Dieses Lied bestimmt den ganzen Charakter der Sinfonie. In der zweiten ist ein Altsolo und gemischter vierstimmiger Chor. Aus dem Trauermarsch wächst der Choral und am Schluß singt der Chor der Himmlischen: ..Auferstehen, ja auferstehen wirst du!" Zwei Instrumentalsätze sind nach Liedern aus ..Des Knaben Wunderhorn'' gebildet. In der dritten ist das „Trunkene Lied" Zarathustras. Der fünfte Satz bringt ein Lied ans ..Des Knaben Wunderhorn'1. Ein Knabenehor sagt zu den Glockenschlägen bim-bam. Ein Frauenchor singt: ..Es singen drei Engel einen süßen Gesang". Altstimme. Engel im Chor singen. In der vierten ist wieder ,.Des Knaben Wunderhorn" verwendet. Ein Sopran singt: ..Wir genießen die himmlischen Freuden". Mit diesen hat Mahler selbst den Abschluß seiner ersten Periode umgrenzt. Die zweite Periode umfaßt die fünfte bis achte. Die fünfte ist

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