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Menorah · 1930-03-01 · Heft 3-4 (März 1930) · p. Seite 125

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
8 (1930)
Issue
Heft 3-4 (März 1930)
Article
Die geopolitische Bedeutung Palästinas, besonders für das britische Imperium
Date
1930-03-01
Page
Seite 125 (sequence 19)
Language
German
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DIE GEOPOLITISCHE BEDEUTUNG PALÄSTINAS 125 Bedeutung; aber es handelte sich bisher darum, den für die Entwicklung Palästinas entscheidenden Faktor herauszustellen, und das ist England. Darüber darf aber ein Seitenblick auf das arabische Problem nicht vergessen werden, ist doch vielleicht die Lösung dieses Problems nicht einmal eine cura posterior oder eine cura secunda; aber sie ist nicht die entscheidende Sorge. Freilich könnte eine Allianz zwischen Juden und Arabern, eine staatliche Arbeitsgemeinschaft, ein binationaler Staat, England vor eine sehr unerwünschte Situation stellen. Aber England würde bei seinem Interesse an Palästina zweifellos dieser Situation gewachsen sein und Möglichkeiten und Kombinationen finden, um sich schadlos zu halten. Zu wessen Nachteil? ist dabei keine Frage mehr, denn bei den Verhältnissen in Arabien, den zentrierenden Kräften des Wahhabitismus, den panarabischen Tendenzen steht die Antwort von vornherein fest. Früher oder später würden sich die Araber von dieser Koalition lossagen. Mit einer panarabischen Union unter Ibn Sauds Führung würden sich die englischen Interessen vereinbaren lassen, suchte England doch schon einmal mit Husseins panarabischen Aspirationen eine solche Lösung herbeizuführen; die zionistische Arbeit würde dann aber verloren sein. Vielleicht würden sich Palästina selbst oder die Teile um die heiligen Stätten aus dem arabischen Reich heraushalten lassen, aber dann wahrscheinlich auf Kosten der vom Vatikan erstrebten Internationalisierung. Und auch dann wäre für den Zionismus und den jüdischen Staat kein Platz mehr in Palästina. Jüdisch-arabische Kooperation ist also ein bequemer und schöner, aber unpraktischer und gefährlicher Traum. Was also tun, nachdem auch die Ausrottung und gewaltsame Austreibung der Araber aus Palästina keine diskutablen Mittel sind? Von englischer Seite ist nun ein Plan für die zukünftige Gestaltung Palästinas gekommen, und zwar die bekannte Anregung des Colonel Josiah Wedgwood, der in seinem 1928 erschienenen Buch ,,Seventh Dominion'4 die Eingliederung Palästinas in das britische Imperium als siebentes Dominion vorgeschlagen hat, und diese Idee mit der von ihm gegründeten Seventh Dominion League eifrig propagiert. Abgesehen davon, daß Wedgwood zwar der jetzigen Regierungspartei angehört und im ersten Kabinett MacDonald seinen Platz hatte, aber zweifellos nicht für die englische Regierung spricht, basiert die Durchführung seines Projektes auf einer Voraussetzung, nämlich der Schaffung einer jüdischen Majorität in Palästina. Aher auch Wedgwood gibt kein probates Mittel für die Schaffung dieser Voraussetzung an. Da aber in dieser

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