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Menorah · 1930-03-01 · Heft 3-4 (März 1930) · p. Seite 124

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
8 (1930)
Issue
Heft 3-4 (März 1930)
Article
Die geopolitische Bedeutung Palästinas, besonders für das britische Imperium
Date
1930-03-01
Page
Seite 124 (sequence 18)
Language
German
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124 MENORAH kunft des britischen Imperiums mit dem Besitz dieser Position eng zusammenhängt und England sie nicht aus der Hand geben kann und wird, ist für die Beurteilung auch der Zukunft des Zionismus in Palästina von allergrößter Wichtigkeit. Der Zionismus lenkte seine Augen auf Palästina in einem Augenblick, als die heute vollzogenen geopolitischen Umwertungen noch nicht begonnen hatten. Palästina ist der InbegrilT sentimentaler Werte, und es ist verständlich, daß irgend ein anderes Territorium, mochte es sich in Uganda oder Südamerika darbieten und mochte es an wirtschaftlicher Bedeutung Palästina weit übertreffen, für die Gründung eines jüdischen Staates nie dieselbe suggestive Anziehungskraft haben konnte als gerade das Jordanland mit seinen historischen Reminiszenzen und seinen ehrwürdigen Traditionen. Unter Ausschaltung aller dieser Gefühlsmomente könnte natürlich gesagt werden, daß, als für Weizmann und damit den Zionismus endlich die Zeit zum Zugreifen gekommen war, die Ausnutzung dieser Gelegenheit ein Fehler war, denn 1916/17 stand es um Englands Interesse an Palästina schon wesentlich anders als 1896/97 oder 1902/03. Oder wenn man sich gegen das Wort „Fehler" wehrte, und hat man 1916/17 trotz aller Voraussicht in die kommende Verflechtung Palästinas in die Weltpolitik und die englische Politik — oder vielleicht gerade deswegen — zugegriffen, so hat man damals schon die Verantwortung für die künftigen Schwierigkeiten und Mißlichkeiten im voraus übernommen. Oder hat man sich in der englischen Politik getäuscht? Hat die englische Politik enttäuscht? Und empfindet man vielleicht heute gelegentlich die Fixierung des ganzen Bemühens auf Palästina als zwar verständliche aber doch die Entwicklung des Zionismus hemmende und kostspielige Kaprice? Aber das sind müßige Fragen; der Zionismus ist heute mit Palästina unlöslich verknüpft — man könnte sich ihn auch schwer wo anders vorstellen — und hat dort schon seine Tradition. Und die Frage kann nicht darum gehen, ob man in Palästina die Flinte ins Korn werfen und das Erreichte und die schon erarbeitete Position aufgeben soll, vielleicht den Zionismus dann nur noch als Idee fortleben lassen oder an irgend einem anderen Pieckchen Erde von neuem mit dem Aufbau anfangen soll; sondern sie geht darum, wie das Palästinawerk arn schnellsten und besten fortzusetzen, wie aus Anfängen und Stücken ein Ganzes zu bauen ist: es geht nicht um das Ziel, sondern um Mittel und Taktik. Es ist vom Arabertum bisher nicht gesprochen oder nur ganz vorübergehend. Zwar hat die Araberfrage eine gewisse aktuelle und akute

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