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Menorah · 1930-03-01 · Heft 3-4 (März 1930) · p. Seite 123

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Journal
Menorah
Volume
8 (1930)
Issue
Heft 3-4 (März 1930)
Article
Die geopolitische Bedeutung Palästinas, besonders für das britische Imperium
Date
1930-03-01
Page
Seite 123 (sequence 17)
Language
German
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DIE GEOPOLITISCHE BEDEUTUNG PALÄSTINAS 123 Wenn nun im Zusammenhang mit der Änderung des englisch - ägyptischen Verhältnisses oder mit der Umgestaltung der englisch - irakischen Beziehungen auch die Eventualität einer Aufgabe des Palästinamandats oder anläßlich der letzten Unruhen in Palästina die Übertragung des Mandats an eine andere Macht den Kreis der Diskussionen gestreift hat, so kann in Wirklichkeit von einer solchen Möglichkeit nicht die Rede sein. Im Gegenteil hat der englische Minister für Kolonien, Lord Passfield, Mitte September letzten Jahres ausdrücklich gesagt: „There can be no question of giving up the Mandate for Palestine", nachdem das Golonial Office schon Anfang des gleichen Monats offiziell erklärt hatte: „That his Majesty's Government have no idea of reconsidering the British tenure of the Mandate for Palestine.'" Wenn, wie es scheint, nach Ablauf des Irakmandats — Mandate sind, theoretisch, zeitlich begrenzt, die Imperiumsinteressen aber permanent — die Stellung Iraks zu England durch ein Vertragsverhältnis, ähnlich vielleicht dem englisch-ägyptischen, geregelt werden dürfte, so bestehen für die Beurteilung der späteren Gestaltung des englisch-palästinensischen Verhältnisses keine Anhaltspunkte. Daß über diesen Punkt bisher keine Stellungnahme erfolgt ist, hat seinen Grund darin, daß bisher kein Anlaß dafür vorhanden war und auch jetzt noch nicht vorhanden ist: die ungeklärten Verhältnisse in Palästina lassen die Zeit für die politische Reife dieses Staates, wie sie der Mandatsartikel der Völkerbundsatzung für den Ablösungstermin des Mandatsregimes vorschreibt, als noch in weiter Ferne liegend erscheinen, und damit auch den Termin selbst. Aber das muß wiederholt werden: die endgültige englische Stellungnahme, wenn sie endlich kommen muß, nachdem ein funktionierendes staatliches Eigenleben organisiert ist, darf nicht in der Richtung gesucht werden, daß England dann jede irgendwie geartete, aber seinen Einfluß sicherstellende Kontrolle über dies ihm so wichtige — und eventuell in anderen, feindlichen Händen oder feindlichen Einflüssen unterliegend so unbequeme — Gebiet aufgeben wird. Das ist eine wesentliche Feststellung, die für die Faktoren, die im palästinensischen Staatsleben mitspielen, eine leitende Erkenntnis sein muß. His hat eines ziemlich weiten Umweges, wie es scheinen mag, bedurft, um auf den Zionismus zu sprechen zu kommen. Aber gerade die Kenntnis der Wichtigkeit Palästinas für das britische Imperium, in welchem es eine Art Schlüsselstellung besitzt, die immer stärker ausgebaut wird, und die sich daraus ergebende Erkenntnis, daß die Zu-

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