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Menorah · 1930-03-01 · Heft 3-4 (März 1930) · p. Seite 119

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
8 (1930)
Issue
Heft 3-4 (März 1930)
Article
Die geopolitische Bedeutung Palästinas, besonders für das britische Imperium
Date
1930-03-01
Page
Seite 119 (sequence 13)
Language
German
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DIE GEOPOLITISGIIE BEDEUTUNG PALÄSTINAS 119 erheblichen Kosten verbunden ist, hofften die Franzosen bisher, England würde auf den Bau dieser Linie verzichten und die Verbindung Iraks mit dem Mittelmeer auf dem Wege über die alte Bagdadbahn, von der nur noch die 200 Kilometer lange Strecke Kalaat Schergat—Nisibin zu bauen wäre, also über französisches Mandatsgebiet und den in seiner Bedeutung durch Haifa gefährdeten Hafen Beiruth herstellen. Bei der strategischen Bedeutung dieser Bahn ist es indessen verständlich, daß England sich mit dieser von Frankreich propagierten, zwar erheblich weniger kostspieligen, aber von Frankreich kontrollierten Kommunikation, die überdies Syrien und Beiruth große wirtschaftliche Vorteile geboten hätte, nicht einverstanden erklären konnte. Bei dem Ausmaß der Kosten und dem engen Zusammenhang dieser Bahnanlage mit zwei weiteren Projekten, der Ölleitung von Mossul zum Mittelmeer und dem Ausbau des Haifa-Hafens, mußte die Ausreifung dieses Planes geraume Zeit in Anspruch nehmen, und es scheinen noch keine endgültigen Entscheidungen sowohl über die Bahn als auch über die Ölleitung gefällt zu sein. Lediglich der Ausbau des Hafens in Haifa ist beschlossen und die Arbeiten sind bereits in Angriff genommen. Daraus ergibt sich natürlich auch, daß Haifa als Endpunkt der Bahn bereits feststeht. Die Ölleitung hängt indessen von den Erträgnissen der ölfelder in Mossul ab, mit deren Erschließung noch nicht begonnen ist, da zwischen den einzelnen Gesellschaften, die Teilhaber der Turkish Petroleum Co., der Inhaberin der Konzession für die Mossulfeider, sind, noch keine Einigung über den Beginn der Arbeiten erfolgt ist. Da die Ölleitung leicht anzapfbar und zerstörbar ist, ist vor einiger Zeit der Plan aufgetaucht, auf die Röhrenleitung überhaupt zu verzichten und dafür das öl per Achse, also auf der zu bauenden Eisenbahn Bagdad—Haifa zu befördern, um dadurch gleichzeitig diese Linie wirtschaftlicher zu gestalten. Wiewohl diese Lösung durch gewisse Vorteile besticht, scheint sie nicht realisiert werden zu sollen; vielmehr ist zwischen den Teilhabern der Turkish Petroleum Co. eine Einigung auf Haifa als Endpunkt der pipe-line erfolgt, wobei den Ausschlag angeblich die Erwägung gegeben hat, daß die Route nach Beiruth wegen der dabei zu überwindenden Höhenunterschiede ein zu kostspieliges und unrentables Pumpsystem erforderlich gemacht hätte. Allerdings waren für die Engländer bei dieser Entscheidung sicher andere, politische Momente viel ausschlaggebender. Daß sich die Ölleitung wegen der dadurch vereinfachten Überwachung dem Weg der zu bauenden Bahn anlehnen wird, ist sicher; und weiter ist daher sicher, daß man über den Lauf dieser Leitung nicht eher beschließen wird,

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