Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 8 (1930)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1930)
- Article
- Die geopolitische Bedeutung Palästinas, besonders für das britische Imperium
- Date
- 1930-03-01
- Page
- Seite 118 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2912821-2912900-2912903-2924914--08812-2925042- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
OCR text
118 MENORAH stalten. Zudem trägt auch die Sicherheits- und Konsolidierungspolitik Ibn Sauds im Wahhabitenreich ihr Teil dazu bei, die Ruhe auf dieser Automobillinie zu gewährleisten. Von ungleich größerer Bedeutung als dieser Automobildienst ist zweifellos die Fluglinie über Palästina und den transjordanischen Korridor, die vorläufig von Kairo ausgeht und über Gaza nach Bagdad führt, und die heute regelmäßig zweimal die Woche beflogen wird. Diese Linie bildet eine Teilstrecke der am 1. November 1927 eröffneten englischen Luftlinie London—Kairo—Bagdad—Basra—Busehir— Karachi, die später eine Fortsetzung finden soll in der Linie Delhi— Kalkutta—Rangoon—Singapore—Australien einerseits und in einer Kairo—Kap-Linie anderseits. Darüber, ob eine Verlegung des Knotenpunktes von Kairo nach Haifa vorgenommen werden soll, ist noch nichts bekannt. In Verbindung mit der Änderung des ägyptisch-englischen Verhältnisses und dem weiter unten zu besprechenden Ausbau des Haifa-Hafens liegt eine solche Idee ziemlich nahe, besonders wo in Haifa alle Voraussetzungen für die Schaffung sowohl eines Seewie auch eines Landflughafens gegeben sind. So wichtig nun sowohl der Automobilwie auch der Flugdienst für den Verkehr und für die Beförderung von Passagieren und Post sind, so wenig kommen sie doch letzten Endes für größere militärische Zwecke in Betracht. Zwar sind Truppentransportflugzeuge für 20 Mann in voller Ausrüstung, Bomben- und Materialflugzeuge vorgesehen und auch StarrluftschifTe sollen für Truppentransporte und als Flugzeugmutter schiffe Verwendung finden, und wohl wurden bei den August-September-Unruhen des letzten Jahres in Palästina als erste Verstärkung 50 englische Soldaten aus Ägypten auf dem Luftwege nach Jerusalem befördert, während zwei Bataillone per Bahn nachkamen. Aber für die Verschiebung größerer Kontingente und des dazugehörigen Kriegsmaterials reichen diese Transportmittel selbst bei Konstruktion noch größerer Flugzeuge und Indienststellung tragfähigerer Luftschiffe nicht aus. Für diese Zwecke und für den Handelsverkehr ist der Bau von Eisenbahnen unerläßlich. Linien wie die rein strategische Akaba— —Maan-Strecke, die rein wirtschaftliche Verbindung zwischen Haifa und dem Toten Meer für die dort gewonnenen Salze und eine Verbindung zwischen Haifa und der Hedschasbahn sind hier von der Betrachtung auszuschalten. Es handelt sich in diesem Zusammenhang nur um die Linie Palästina—Irak, oder vorläufig um das Projekt dieser Linie. Da die Anlage dieser zirka 600 Kilometer langen Strecke mit