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Menorah · 1930-03-01 · Heft 3-4 (März 1930) · p. Seite 116

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
8 (1930)
Issue
Heft 3-4 (März 1930)
Article
Die geopolitische Bedeutung Palästinas, besonders für das britische Imperium
Date
1930-03-01
Page
Seite 116 (sequence 10)
Language
German
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116 MENORAH Politik gewisse Grenzen gesetzt. Anderseits spielen diese Einschränkungen keine Rolle gegenüber dem wesentlichen Gewinn, der erzielt w urde; und anderseits bietet auch der Mandatstext in seiner praktischen Anwendung genügend freien Spielraum, um diesen Imperiumspunkt weit auszubauen. Zjunächst war es England ganz überlassen, die vom Völkerbund nicht fixierten Grenzen der Mandatsgebiete selbst zu ziehen. Anfangs bestand keine direkte Verbindung zwischen Palästina und Irak; zwischen ihnen lag die syrische Wüste, die von beduinischen, zu Überfällen geneigten Arabern bewohnt, keineswegs einen sicheren Verkehr hinüber und herüber ermöglichte. Indem nun England das ursprünglich ganz kleine und bedeutungslose Anhängsel Palästinas, Transjordanien, wo sich 1921 Husseins Sohn Abdullah um die Hauptstadt Amman herum mit Englands Genehmigung als Herrscher niedergelassen hatte, verwaltungstechnisch von Palästina trennte und nunmehr Transjordanien bis zur irakischen Grenze einerseits, bei Akaba bis zum Roten Meer anderseits erweiterte, vollendete es die arabische Landbrücke. Mit der Anerkennung dieser erweiterten Grenzen durch den Wahhabitensultan Ibn Saud, der nach seinem Siege über Hussein auch König von Hedschas geworden war und dessen Reich sich vom Persischen Golf zum Roten Meer erstreckte, in den Verträgen vom November 1925 war England einen großen Schritt vorwärts gekommen. Freilich genügen diese Grenzen noch nicht ganz den Ansprüchen Englands und einige Grenzverbesserungen und Sicherungen werden sich in Zukunft als notwendig erweisen. Vor allem ist über den Zugang Trnnsjordaniens zum Roten Meer, den Akaba-Maandistrikt, noch keine endgültige Einigung zwischen England und Ibn Saud erfolgt. Dies Gebiet gehörte nämlich ursprünglich zum Hedschas. Kurz bevor Ibn Saud den bis dahin noch von England gestützten Hussein besiegte und vertrieb, veranlaßte England König Hussein, den Akaba-Maandistrikt an Transjordanien abzutreten. Ibn Saud hat indessen diesen Besilzwechsel nicht anerkannt und anläßlich des Dscheddah-Vertrages mit England vom 20. Mai 1927 in einer ergänzenden Note erklärt, „im Maan-Akabadistrikt den status quo beizubehalten und sich zu verpflichten, in dessen Verwaltungsangelegenheiten nicht einzugreifen, bis günstige Umstände eine engültige Regelung dieser Frage gestatten würden", und damit die Lösung dieser Streitfrage also lediglich vertagt. Des weiteren hat die Grenze zwischen Nedschd und Transjordanien, die sich in einem großen Bogen um die Oase Dschof herum-

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