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Menorah · 1930-03-01 · Heft 3-4 (März 1930) · p. Seite 114

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
8 (1930)
Issue
Heft 3-4 (März 1930)
Article
Die geopolitische Bedeutung Palästinas, besonders für das britische Imperium
Date
1930-03-01
Page
Seite 114 (sequence 8)
Language
German
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114 MENORAH der Hand zu weisen war und schließlich der Besitz Mossuls für die Engländer eine neue strategische Bedeutung gewann, nachdem die nördlichen kurdischen Gebiete unter türkischer Herrschaft einen Unruhe- und Gefahrenherd bedeuteten und Mossul so zu einem für die Sicherung Mesopotamiens, wie auch der ostirakischen und südpersischen Ölfeider der Anglo-Persian wichtiger Schlüsselpunkt wurde. England erzwang daher von Frankreich die Revision des Sykes-Picot-Abkommens, das freilich bald sowieso jede praktische Bedeutung verlor, und «erstrebte und erlangte schließlich die Angliederung des Mossulbezirkes an Irak. Die Umstellung der englischen Flotte auf Ölfeuerung einerseits und die relative Länge und Unsicherheit des Suezkanalweges im Kriegsfalle anderseits führten dann weiter zu der naheliegenden Idee, die Versorgung der englischen Mittelmeerflotte mit dem mesopotamischen öl auf dem Landwege sicherzustellen. Da nun das französische Syrien, über das, beziehungsweise dessen Hafen Beiruth die kürzeste Verbindung von Mossul oder Bagdad zum Mittelmeer führt, eine Verbindung, die überdies durch eine Verbindung der bestehenden Bahnsysteme verhältnismäßig leicht herzustellen wäre, für ein Problem wie dieses nicht geeignet ist, kommt nur Palästina und einer seiner Häfen als Umschlagplatz des Öls und damit als eine Art Stützpunkt der englischen Mittelnreerflotte in Betracht. Damit ist eine Summe von Gründen aufgezeigt, die für England die Kontrolle über Palästina wünschens- und erstrebenswert, ja in gewissem Sinne unentbehrlich machen. Der bald nach dem Waffenstillstand unternommene Versuch, einer Lösung in Versailles zuvorzukommen und auf der Basis der Husseinschen Pläne gewaltsam und unter Ausnutzung der während des Krieges im Orient gewonnenen Machtstellung einen Status zu schaffen, den die Mächte dann anerkennen müßten und die Konferenz sanktionieren sollte, scheiterte vor allem am Widerstand Frankreichs, das sich nicht um Syrien prellen lassen wollte. Wenn trotzdem die Rolle Husseins im arabischen Spiel Englands erst 1924, als er von dem Wahhabitensultan Ibn Saud besiegt und vertrieben wurde, ohne daß England noch eine Hand für ihn rührte, endgültig ausgespielt wTar, so war es deshalb, weil England hoffte, vielleicht auf dem Wege über eine arabische Staatenföderation, über einen Staatenbund also, der neben dem von Hussein beherrschten Hedschas die von seinen Söhnen Feisal und Abdullah regierten Mandatsgebiete Irak und Transjordanien umfassen konnte, sein Ziel, die Kontrolle der arabischen Landbrücke, zu erreichen, mög-

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