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Menorah · 1930-03-01 · Heft 3-4 (März 1930) · p. Seite 112

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
8 (1930)
Issue
Heft 3-4 (März 1930)
Article
Die geopolitische Bedeutung Palästinas, besonders für das britische Imperium
Date
1930-03-01
Page
Seite 112 (sequence 6)
Language
German
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112 MENORAH mini stier Delcasse dem türkischen Botschafter in Paris, Rifaat Pascha, erklärte. Der Aufmarsch der türkisch-deutschen Streitkräfte in Palästina mit der Front gegen Ägypten und den Suezkanal, in Mesopotamien mit der Front gegen Indien, die wenig wirkungsvollen aber doch gelungenen Vorstöße der Mittelmächte gegen den Suezkanal und die Erklärung des Heiligen Krieges demonstrierten, wenn es noch notwendig war, den Engländern klar und unerbittlich die vitale strategische Bedeutung Palästinas und des Landweges nach Indien, ermöglichte ihnen und nötigte sie gleichzeitig, zur Aktivität gegenüber der Türkei überzugehen. Und England versäumte nicht, einen Haupteil seiner Kräfte und Anstrengungen hier einzusetzen. Mit der gleichen Unerbittlichkeit drängte sich indessen für England auch die Notwendigkeit auf, sich mit seinen Bundesgenossen über die Kriegsziele in der Türkei zu einigen und damit seine Politik festzulegen, wenn es noch etwas festzulegen gab. Denn im Grunde genommen konnten für die englische Regierung keine Zweifel mehr darüber bestehen, weiche Erwerbungen für den Ausbau und die Sicherung des Imperiums in Frage kamen. Die Schwierigkeit bestand für sie lediglich darin, sich mit ihren Verbündeten zu einigen, sich mit deren Forderungen auseinanderzusetzen und ihnen gerecht zu werden, nachdem Rußland eine Diskussion dieser Fragen angeregt hatte. Das war freilich die Aufgabe, die bisher einer der Hauptgründe dafür gewesen war, daß man einer Teilung der Türkei, so verlockend sie auch immer erschienen war, nie nähergetreten war, sie nicht einmal ernstlich diskutiert hatte, und daß man vor der Integrität der Türkei eine heilige Scheu gezeigt hatte. Daß nun, wo das Fell des Bären zur Verteilung stand — obwohl man es noch nicht in Händen hatte —, wo um der größeren Sache der Einigkeit eine Einigung unbedingt ä l'amiable erfolgen mußte, nicht alle Karten offen gelegt sondern vielfach mit verdeckten Karten gespielt wurde, ist nur natürlich. Auch in seinen Abmachungen mit den arabischen Führern, besonders mit Hussein, dem König von Hedschas, ist England nicht mit überzeugender Offenheit vorgegangen. Die eingehende Betrachtung dieser Verabredungen und Verpflichtungen kann hier übergangen werden. Bei der Unvereinbarkeit dieser Abmachungen von einer bewußten Unaufrichtigkeit der englischen Politik zu sprechen, wäre vielleicht verfehlt oder unvorsichtig. Es kann lediglich eine Politik ä triple fond, ein weitgehender politischer Opportunismus, der von verschiedenen englischen Regierungsstellen — dem Foreign, Colonial und India Office — getrieben wurde, festgestellt werden. Wichtig ist nur herauszuheben, daß eine starke

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