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Menorah · 1930-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1930) · p. Seite 84

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
8 (1930)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1930)
Article
Vom Geist der Synagoge
Date
1930-01-01
Page
Seite 84 (sequence 6)
Language
German
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84 M E N O R A II Das Haus steht auf fünf Pfeilern, vier Hofpfeilern und einem Betonpfeiler im Hauptbetraum, um Galerie und Decke zu tragen. Die abgebildete Innenperspektive zeigt noch drei Bogen mit zwei Mittelpfeilern und bezieht sich auf das erste Projekt, das später infolge Programmerweiterung geändert werden mußte. Sämtliche Decken und die Galerie sind aus Eisenbeton. Der Fraueneingang ist gegen den Männer ein gang durch ein bis zur Decke reichendes Gitter abgeschlossen, das den Blick in den Brunnenhof ermöglicht. Hof, Garderobe, Vorhalle und Verbindungsgänge des Parterres sind mit großen Kelheimer PlaLlcn zwischen Ziegeln gepflastert gedacht. Im Hauptraum stehen die Bänke auf Holzfußboden. Die Gänge sind mit Kelheimer Platten belegt. Die Gartenwege, die Einfassungen der Beete und der Zeremonienhof sind mit Ziegeln gepflastert. Die Wände sind weiß; die Vorhalle und zum Teil der Hauptraum sind mit dunklen Stoffen behängt, zu denen in beiden Räumen blank polierte Messinglampen, im Vestibül Wandarme, im Hauptraum am Almemor zehn Hängelampen, in Kontrast treten. Der Unterbau des Almemors und der Aufgang zur Bundeslade ist mit Marmorplatten bekleidet. Die Bundeslade ist aus Ebenholz gezimmert und mit Messing verkleidet. Das Bedeckzimmer ist mit heller Seide als Wandbehang und einem Holzplafond mit Irrgarten und Schriftbemalung ausgestattet... In diesen Randnotizen, mit denen zwei vortreffliche Künstler unserer Zeit ihr Tempelwerk begleiten, scheint mir fast alles ausgesprochen, was zur Sache gehört, jedenfalls aber das Wesentliche für eine neue verständnisvolle Einstellung aller beteiligten Laien, besonders der Vorsteher unserer kultischen Körperschaften, denen hier eine Art Vademekum für ihr künftiges, besseres Verhalten bei der Lösung solcher Baufragen an die Hand gegeben wird. Die beiden Äußerungen — und eben deshalb sind sie angeführt — ergänzen sich zum Bild des ganzen Problems. Doch steht da und dort einiges dem andern, wenigstens scheinbar, entgegen. Und schon darum wird man diesen interessanten und bedeutenden Künstlerworten noch etliche Erläuterungen hinzufügen müssen. Verschieden ist die Sprache, nicht aber — wenigstens nicht im tieferen Grunde — der Geist, der hier am Werke ist. Zwar der Holländer sieht in dem Hechal das Ziel der Andacht und infolgedessen auch seiner Anlage, während der Wiener den Me-

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