Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 8 (1930)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1930)
- Article
- Vom Geist der Synagoge
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 83 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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VOM GEIST DER SYNAGOGE 83 rituellen Lichter, wie Sabbathlampe, Chanukkalampe und Totenlichter beim Aufgang zur Bundeslade angebracht sind. Die Gänge sind so angelegt, daß einerseits das rituelle Herumtragen der Thorarollen, anderseits ein leichtes Kommunizieren zu den Garderoben und Notausgängen ermöglicht wird. Der Beiraum für Wochentage, der zugleich als Schulzimmer dient, ist mit dem Hauptraum durch Fenster verbunden, damit er an großen Festtagen mitbenützt werden kann. Im übrigen enthält das Erdgeschoß noch das Bedeckzimmer, in welchem die Braut mit dem Schleier bekleidet wird, und die Unterfertigung der Trauungsdokumente stattfindet; das Rabbinerzimmer und die Toiletten. Die vorgeschriebene Verbauungstiefe läßt an der Rückseite des Bauplatzes noch einen Streifen frei, der durch eine von der Baubehörde vorgeschriebene Notstiege in zwei Teile geteilt wird, links den Garten und rechts den Zeremonienhof. Dieser bietet Raum zum Aufstellen der Laubhütte, um welche Bänke angeordnet sind. Die Notstiege zur Frauengalerie wurde als Gartenstiege ausgebildet, die auch bei festlichen Veranstaltungen der Gemeinde die Verbindung zwischen dem ersten Stock und dem Garten herstellen soll. Sie ist so angelegt, daß sich abwechselnd der Blick nach dem Zeremonienhof und dem Garten öffnet. Der Garten ist dem Niveau angepaßt und terrassiert. Der erste Stock ist als geschlossener Raumkomplex für die internen Gemeindeiingelegenheilen ausgebaut. Da diese Räume des ersten Stocks niemals gleichzeitig mit den Galerieräumen benützt werden, ist es möglich, die Hauptstiege zur Frauengalerie zu benützen, die bei Gottesdiensten nicht von Männern betreten werden darf. Der zweite Stock enthält die Frauengalerie nebst Garderoben und Toiletten. Mit Rücksicht auf die langen Gottesdienste an großen Festtagen wurde auch ein Raum zum Ausruhen für die Frauen vorgesehen. Ein Erker führt als Laufgang zum Sängerbalkon, der auch Platz zum Aufstellen eines Harmoniums bietet. Im selben Geschoß wurde die Wohnung des Kantors untergebracht. Im Dachgeschoß befindet sich die Wohnung des Tempeldieners, eine Waschküche, Bad, Trockenboden und Archiv. Die Garderobe im Parterre und ein Teil des Hofes sind unterkellert. Im Keller sind die Heizungs- und Staubsauganlage, der Transformatorenraum und die Parteienkeller gelegen. Der Vorgarten ist gegen die Straße durch ein Gitter abgeschlossen. Die Straßenfassade erhebt sich aus Bruchsteinmauerwerk mit breiten weißen Mörtelbändern; Garten- und Hoffassade sind geputzt und gelb gefärbelt.