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Menorah · 1930-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1930) · p. Seite 74

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
8 (1930)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1930)
Article
Jüdische Jugend und Jugendwohlfahrt
Date
1930-01-01
Page
Seite 74 (sequence 12)
Language
German
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74 MENORAH legenheit hat, mit dem Helfer Einzelheiten durchzusprechen. Mancherlei zur Beurteilung wichtige Eindrücke und Beobachtungen, die der Heller aus irgend welchen Gründen nicht aktenkundig machen wollte, kann er aber im Gespräch leicht zur Kenntnis des Fürsorgers bringen. Es ist auch bei persönlichem Keimen eine größere Garantie für die Abgabe vieler Fälle an die freiwilligen Heller gegeben, als wenn diese erst auf -dem etwas umständlichen Weg von Amt zu Amt erfolgen muß. Man wird von sei teil der jü di schen Wohl fahr tspllege noch ein weiteres Bedenken äußern. Freiwillige Helfer, die man in der jüdischen Wohlfahrt so nötig braucht, wird man sagen, werden uns hier entzogen und der öffentlichen Fürsorge, die über einen größeren Mitarbeiterkreis verrügt, zugeführt. Auch dies Argument scheint bei näherer Betrachtung nicht stichhaltig zu sein. Hier wird ja schließlich auch Arbeit an jüdischen Menschen geleistet. Man wird sogar sehr oft Gelegenheit nehmen, betreute Jugendliche jüdischen Gemeinschaften zuzuführen, um liier die begonnene Erziehungsarbeit fortzusetzen. Es wäre nur wünschenswert und läge ganz im Sinne dieser Ausführungen, wenn aus den sozial interessierten und organisatorisch etwas straffer zusammengefaßten Menschen sich ein größerer Mitarbeiterkreis für jüdische Wohlfahrtspflege bildete. Last, not least werden diese Menschen, die in ihrer Jugend ein Erfahrungsmaterial in sozialen Dingen sammeln und eine gewisse Schulung erfahren, auch in späteren Jahren einen guten Helferstab für die jüdische Wohlfahrtspflege abgeben. Hier scheint wirklich eine Möglichkeit zu sein, wo sich die soziale Verantwortlichkeit des einzelnen, von der man so gern und so oft spricht, praktisch bewähren kann. Bewähren nicht nur in großen Beden, sondern in ganz bescheidener Kleinarbeit, die oft von niemandem gesehen und beobachte1! wird, nach außen nicht in Erscheinung tritt und nur ihren Lohn in sich trägt. Man kann zu dem sozialen Empfinden und sozialen Wollen der jüdischen Jugend das Vertrauen haben, daß sie sich dieser Aufgabe würdig erweist. Ein zweites wichtiges Aufgabengebiet ist für den gleichen Kreis von Menschen gegeben in der Errichtung von J u g e n d b e r a 1 u n g ss te l len. An verschiedenen Orten sehen wir in letzter Zeit Beratungsslellen, von Jugendlichen für Jugendliche eingerichtet, entstehen. Audi von jüdischer Seite ist in Hamburg eine solche Stelle geschalfen worden, und nach den vorliegenden Pressenotizen sollen die dort geinachten Erfahrungen durchaus günstige sein. Dieser Form von Jugendberatungsstellen liegt der Gedanke zu-

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